Krimi-Komödie: Schmachtende Blicke und blutverschmierte Messer

Von: ptj
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„Mord ist kein Zufall”: Eine
„Mord ist kein Zufall”: Eine Pensionswirtin entdeckt eine Leiche nach der anderen. Wird aber hier der falsche Täter dingfest gemacht? Foto: Jagodzinska

Jülich. „Kommen Sie in unsere Pension. Hier werden Sie ermordet. Messer gibt es an der Rezeption!” Mit solcherlei Aufforderungen begeisterte die Jülicher Theatergruppe „Bühne 80” bei der Premiere der Kriminalkomödie „Mord ist kein Zufall” von Erich Koch.

Zum ersten Mal war Bert Voiss in die vakante Rolle des Regisseurs geschlüpft. Weil Ensemble-Kollege Dirk Tunger 36 Stunden vor Premierenstart plötzlich ausfiel, übernahm er zusätzlich dessen Doppelrolle, die er wie erwartet mit Bravour meisterte. „Stellen Sie sich einfach vor, ich wäre süße 30”, hatte Voiss zuvor das Publikum in der gut gefüllten Stadthalle zum „interaktiven Theater” eingeladen:

Verträumte Blicke

Als erste aus dem achtköpfigen Bühnenteam huscht Sarah Plahm in ihrer ersten, souverän gespielten Rolle als Eva-Maria von Bernstein im kurzen Satin-Bademantel von einem Zimmer in ein anderes. Schnell erschließt sich dem Zuschauer an ihren schmachtend/verträumten Blicken, dass sie in Max Küster (Henning Achenbach), Sohn der Pensionswirtin Regina Küster (Claudia Cormann-Wiersch) verliebt ist, der sich seinerseits eifersüchtig um sie bemüht.

Beide sind Gäste in der ausnahmsweise ausgebuchten Pension Küster. Eva-Maria wird von ihrer Tante Luise von Bernstein ( Marianne Sery) begleitet. Zimmer gebucht hat zudem das vermeintliche Ehepaar Viktor (Albert Junker) und Anita Fechner (Petra Piel). Letztere, von einem „allegorischen Reißen” geplagt, macht mit ihrer komisch übersteigerten Disziplin Viktor das Leben zur Hölle - zur Freude des Publikums.

Zu der, wie es scheint, zufällig bunt zusammengewürfelten Schar unterschiedlichster Charaktere gehören auch Dr. med. Egon Müller und der ominöse Dr. Fritz Wermut (beide Bert Voiss). Letzterer wird zunächst als Leiche gehandelt, denn eine solche muss es laut Anruf im Mordkommissariat gegeben haben.

So taucht die toughe Kommissarin Lotta Eichhorn (Nina Bäcker) zur Ermittlung in der Pension auf. „Ach, ihr spielt Krimifrühstück”, kommentiert Max ihr Erscheinen. Eichhorn, deren Handyton die „Tatort”-Melodie ist, wird zunächst mit einem blutbeschmierten Messer konfrontiert. Die einfach gestrickte Pensionswirtin, die das Messer vor der Beweismittel-Sicherung abwäscht, wird als erste verdächtigt.

Doch während ihrer Ermittlungen macht Eichhorn diverse Entdeckungen: Das vermeintliche Ehepaar Fechner ist kein solches, Eva-Maria und Max stehen bereits in Beziehung zueinander, und Viktor und Tante Luise sind unabhängig voneinander „an die Stätte ihres Unglücks zurückgekehrt”. Die Liebenden sorgen zusätzlich für Unruhe: Sie wollen nachts nicht getrennt sein, aber Tante Luise hat schon der überspannten Anita Fechner ihr Bett angeboten und will bei der Nichte nächtigen.

Ein Schlafmittel in das richtige Cognac- oder Wasserglas soll ihre Probleme lösen, gerät natürlich in die falschen Hände. So gibt es Schnaps- und echte Leichen und eine versehentlich betäubte Kommissarin, während Dr. Müller mit einem Messer im Rücken aufgefunden wird. Die vermeintlich zweite Leiche verschwindet ebenfalls, bevor sich Viktor und die Pensionswirtin überraschend näher kommen.

Von Mordgelüsten werden gleich mehrere Pensionsgäste geplagt, sind sie aber imstande, den Plan auszuführen? Während zwei Leichen „von den Toten auferstehen” und eine „beinahe als Leiche hätte rumlaufen müssen”, geschieht tatsächlich ein Mord. Der Täter wird gefasst, und die verbleibenden Schauspieler stoßen glücklich mit einem Glas Sekt an. Donnernder Applaus belohnte das ausdrucksstarke und einfühlsame Spiel der Akteure und der Helfer hinter den Kulissen.

Die Aufführung ist noch am Freitag, 18. Mai, und Samstag, 19. Mai, jeweils um 20 Uhr in der Stadthalle zu sehen.
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