Kreistraße 27 lässt die Emotionen in Pier hochkochen

Von: Tobias Röber
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Pier. Einige Pierer Bürger waren am Donnerstagabend sehr aufgebracht. In der neuen Bürgerhalle waren sie zu einer Bürgerversammlung des CDU-Ortsverbandes Langerwehe-Luchem- Stütgerloch-Jüngersdorf-Pier eingeladen. Das Thema, das für viele Emotionen sorgte, war einmal mehr die Kreisstraße 27.

Vielmehr die vom Kreis kürzlich abgelehnte K 27n, die den Verkehr reduzieren sollte.

Die Langerweher Kreistagsabgeordnete Astrid Natus-Can (CDU) gab zu Beginn einen kurzen Überblick über die Geschichte der K 27, die sechs verschiedenen Abbindungs-Varianten, die im Lauf der Jahre diskutiert wurden, und erklärte dann, warum der Kreis das nun ablehnte. Zählungen hätten keine signifikante Verkehrszunahme ergeben.

Zwei Zählungen

So gab es im Jahr 2011 gleich zwei Zählungen. Eine an einem normalen Wochentag. Als die Gemeinde Langerwehe dann einwendete, dass an Sonn- und Feiertagen erheblich erhöhter Feiertagsverkehr zu verzeichnen sei, wurde eine weitere Zählung veranlasst: am 3. Oktober. Doch auch an diesem Tag seien die Zahlen nicht wesentlich höher gewesen.

Natus-Can erklärte: „Wir müssen uns an die Fakten halten.” Dieter Reinartz, CDU-Fraktionsvorsitzender der Gemeinde Langerwehe, erklärte zudem, dass bei einer eventuellen Abbindung zwar Verbesserungen etwa für Schlich, Merode und Pier erzielt würden, jedoch Derichsweiler dann mit einer extremen Zunahme auf täglich über 11.000 Fahrzeuge rechnen müsse. Die Stadt Düren spiele dabei auf keinen Fall mit. Zwischen 6500 und etwas mehr als 7000 Fahrzeuge ergaben die Zählungen. 4500 bis 5000 davon erzeugen die Langerweher Bürger selbst, so das Ergebnis der Zählungen. Das wollten einige Bürger nicht glauben: Private Zählungen hätten 12.500 Autos an einem Tag ergeben.

Ebenfalls wurde seitens der Politiker klargestellt, dass die Abbindung der K 27 im Rahmen der Umsiedlung Piers zwar stets Thema gewesen sei, sie im Rahmenbetriebsplan jedoch lediglich eine nachrichtliche Notiz sei. Nachdem die zwischenzeitlich hochgekochten Emotionen sich etwas beruhigt hatten, gab es erste Vorschläge, welche verkehrsberuhigenden Maßnahmen möglich seien. Die Bürger wünschen sich 30er-Zonen, Zebrastreifen, Ausbau von Fahrradwegen oder Verkehrsinseln. Die Bürger möchten die K 27 für Autofahrer „möglichst unattraktiv” machen, wie der neue Ortsvorsteher Dirk Huizing betonte.

Auch die Herabstufung der Kreis- zu einer Gemeindestraße wurde vorgeschlagen. Langerwehes Bürgermeister Heinrich Göbbels versprach den Pierern, zu einer nächsten Versammlung einen Mitarbeiter des Straßenverkehrsamtes einzuladen, mit dem dann die Möglichkeiten der Verkehrsberuhigung und Verkehrslenkung erörtert werden könne. In Schlich hatten sich kürzlich Bürger der Herrschaft zu einer Versammlung zusammengefunden. Die Pierer wollen nun gemeinsam mit den Bürgern der Herrschaft mobil machen.
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