Jülich - Kreispolizei berät, wie man die eigenen vier Wände besser schützt

Kreispolizei berät, wie man die eigenen vier Wände besser schützt

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Eine Sache von Sekunden: Krimi
Eine Sache von Sekunden: Kriminalhauptkommissar Günter Arnold braucht nur wenige Momente, um ein herkömmliches Fenster geräuschlos aufzuhebeln. Foto: Guido Jansen

Jülich. Die Zahl der Einbrüche im Kreis Düren ist im vergangenen Jahr zwar leicht gesunken. Trotzdem klingt sie alarmierend: 1029 Mal drangen Fremde in Häuser und Wohnungen ein, um sie auszurauben. Viele davon finden im Nordkreis statt.

In Aldenhoven und Titz beispielsweise liegt das am nahe gelegenen Fluchtweg Autobahn. Aufklären kann die Polizei nur die wenigsten Fälle. „Unter zehn Prozent”, bezeichnete Günter Arnold die Quote.

Arnold weiß, wovon er spricht. Er ist Kriminalhauptkommissar bei der Polizei des Kreises Düren. Und weil so gut wie alles zu spät ist, wenn die Einbrecher schon im Haus sind, setzt die Polizei darauf, die Langfinger abzuschrecken.

„Wenn sie länger als fünf oder sechs Minuten brauchen, dann geben sie meist auf”, so Arnold. In der vergangenen Woche klärte er die Besucher des Alten Jülicher Rathauses bei einer Ausstellung über das Thema Sicherheit zu Hause auf. Das Interesse war groß, denn das Problem ist groß.

Ein Schraubenzieher reicht

Fenster und Terrassen-Türen mit einer normalen Verriegelung, der sogenannten Roll-Verzapfung, sind kein Problem. Selbst der Schreiberling dieser Zielen, an dem kein Handwerker-Meister verloren gegangen ist, braucht 15 Sekunden, bis er das Fenster mit Hilfe einen Schlitz-Schraubenziehers aufgehebelt hat. Die Polizei empfiehlt die Pilzkopf-Verriegelung, bei der das Aufhebeln nicht möglich ist.

Wer sich keine neuen Fenster zulegen will, dem hilft beispielsweise eine zusätzlich angebrachte Stangenverriegelung. „Die Einbrecher schlagen meist keine Scheiben ein. Das ist zu laut und die Verletzungsgefahr ist zu groß”, schildert der Kriminalhauptkommissar, das gut gesicherte Fenster und Türen mehr Schutz bieten. Natürlich ist ein Um- oder Nachrüsten teuer. Ein neues Fenster mit Pilzkopfverriegelung kostet schnell 250 Euro.

Arnold und seine Kollegen vom Kommissariat Kriminalitätsprävention und Opferschutz bieten Ortstermine an. Sie klären Besitzer oder Bewohner darüber auf, wo die Schwachpunkte der eigenen vier Wände liegen. Bei einem Haus sei das beispielsweise die Rückseite - da, wo die Privatsphäre im Garten mit Hecken und Sträuchern gewahrt werden sollen, fallen auch Einbrecher nicht auf. Selbiges gilt für außen liegende Kellertreppen oder für einen Balkon.

In solchen Problemzonen sollte der Sicherheitsstandard besonders hoch sein. „Eine absolute Sicherheit können wir nicht gewährleisten”, so Arnold. Denn mittlerweile zeichne sich eine Tendenz ab, dass Einbrecher das Erdgeschoss übergehen und direkt in der ersten Etage einsteigen. „Deswegen ist es ganz wichtig, dass man dem Einbrecher keine Steighilfe gibt”, macht Arnold deutlich, dass Leitern, Kisten oder Mülleimer am besten weggeschlossen werden.

„Es geht darum, dass wir Langfingern die Zeit stehlen. Je schwieriger der Einbruch, desto schneller geben sie auf”, erklärt der Kriminal-Experte. Das gilt auch für außen liegende Eingänge. Dreifach verriegelte Türen halten länger stand. Ein Zusätzliches Kastenschloss oder ein Querriegelschloss sichern eine normale Türe ebenfalls ab. Alarmanlagen seinen ebenfalls sinnvoll. Allerdings könnten diese eine falsche Signalwirkung haben. „Sie sind von außen zu sehen und sagen dem Dieb, dass hier etwas zu holen ist”, so Arnold. Die beste Alarmanlage sei eine wache Nachbarschaft.

Und rechtzeitige Vorsorge. Oftmals, so Arnolds Beobachtung, würden die Menschen erst sensibel, wenn in der Umgebung ein Einbruch stattgefunden hat. Wer vorsorgen will, kann sich direkt an die Kreispolizeibehörde wenden. Oder er kontaktiert einen der von der Polizei patentierten Handwerker-Betriebe, die sichere Fenster und Türen verbauen.
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