Kreisparteitag der Bündnisgrünen verschiebt Wahl von Delegierten

Von: ptj
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Der geschäftsführende Grünen-Kreisvorstand mit (v.l.) Geschäftsführerin Barbara Andrä, MdB Oliver Krischer, Sprecherin Astrid Hohn und Kassiererin Emily Willkomm-Laufs. Foto: Jagodzinska
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Prof. Klemens Schwarzer vom Verein „Solar Global“ referierte über angepasste Solartechnik für Entwicklungs- und Schwellenländer.

Jülich. Ein Vortrag mit anschließender Diskussion nahm breiten Raum in der ausgedehnten Mitgliederversammlung des Kreisverbandes Düren von Bündnis 90/Die Grünen im Kulturbahnhof ein. Es handelte sich um einen Erfahrungsbericht über angepasste Solartechnik für Entwicklungs- und Schwellenländer von Prof. Klemens Schwarzer vom gemeinnützigen Jülicher Verein „Solar Global“.

Den Grund brachte MdB und Grünen-Sprecher Oliver Krischer auf den Punkt. Neben dem klimafreundlichen Ansatz gehe es in der Energiewende darum, „Fluchtursachen zu bekämpfen, dafür zu sorgen, dass Menschen eine Perspektive haben“.

Schwarzer, der 20 Jahre „zur See fuhr“ und seit 30 Jahren im Solarenergiesektor tätig ist, präsentierte Projektbeispiele angepasster solarer Technik in Afrika, Indien und Lateinamerika zur kommunalen und privatwirtschaftlichen Nutzung. Konkret ging es um Gebäudeheizungen für Schulen und Kindergärten, Warmwasseranlagen für öffentlichen Badehäuser und Kindergärten, solare Familienkocher und Großkocher für Gemeinschaftsküchen sowie die Errichtung von Werkstätten für Handwerkerschulungen. Auch die solare Tröpfchenbewässerung zur Reaktivierung der alten, zirka 18 Hektar großen Inka-Terrassen wurde präsentiert.

Bei der Technikverbreitung legt Schwarzer besonderen Wert auf nachhaltige Organisationsstrukturen. In punkto Finanzierung durch Kleinkredite, Teilsubventionen, CO2-Zertifikate und Patenschaften betonte er: „Es ist wichtig, dass man es nicht schenkt. Dann wird der Wert anerkannt“. Sein Resümee lautete: „Saubere Luft, sauberes Wasser und gegenseitiges Verständnis und Hilfsbereitschaft sind die wichtigsten Nahrungsmittel der Menschen“.

In ihrem Rechenschaftsbericht fasste Astrid Hohn die „guten Sachen, die wir letztes Jahr gemacht haben“ zusammen. Dazu zählten die Anti-Kohle-Menschenkette in Jackerath mit „sehr starker Beteiligung“, die gelungene Demo „Linnich bleibt sauber und bunt“ gegen Rechts, die Kampagne „Tihange abschalten“, die Unterstützung der Landratswahl und die des einzigen grünen Bürgermeisterkandidaten Jürgen Laufs. Ferner sprach sie den fünf Arbeitskreisen ihre Anerkennung aus. Der „Arbeitskreis Tierschutz“ etwa hatte zwei Filme produziert, der „AK Frauen“ zum Weltfrauentag eine zweite Frauenkleider-Tauschbörse veranstaltet.

Schülerin Cylia Ungar, Beisitzerin in der „Grünen Jugend“, berichtete über die „sehr aktive Basisgruppe“, die zu Demos aufgerufen und viele Aktionen geplant hat. Ein Beispiel ist die Jutebeutelaktion, die gleichzeitig den lokalen Handel unterstützt und zum Gebrauch nachwachsender Rohstoffe animiert. Geplant ist auch ein Frühlingsfest mit Flüchtlingen auf der Gästeliste.

Sprecherin Monika Müller aus dem Ortsverband Aldenhoven berichtete von Aktionen „der grünen Alten“ in Gestalt von Exkursionen mit Asylbewerbern in den Brückenkopfpark und in Ausbildungswerkstätten.

Kassiererin Emily Willkomm-Laufs resümierte: „Im Prinzip haben wir eine gute Kassenlage. Fürs Superwahljahr wollen wir eine ordentliche Summe zur Verfügung haben“. Beim anschließenden Beschluss des Haushaltsplanes wurde die für den Wahlkampf veranschlagte Summe von 40.000 Euro benannt. Der „grünen Jugend“ stehe nunmehr ein Etat von 600 Euro zur Verfügung. Während die Mandatsbeiträge über dem Durchschnitt angesiedelt seien, lägen die Mitgliederbeiträge „weit unter dem Durchschnitt“, hier herrsche Handlungsbedarf. Vorgesehen seien mindestens ein Prozent des Netto-Einkommens.

Es folgte ein regelrechter Wahlmarathon, mit Stimmengleichheit der Delegierten und nicht erreichtem Quorum. So wurde die Wahl der Delegierten für die Bundesdelegiertenkonferenz auf die nächste Kreismitgliederversammlung vertagt. Ein einstimmiges Votum für die Landeslisten der Landtagskandidatur erhielt Landtagsabgeordnete Gudrun Zentis, für die Bundeslisten der Bundestagskandidatur MdB Oliver Krischer.

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