Jülich - Kreishaus kehrt 2015 nach Jülich zurück

Kreishaus kehrt 2015 nach Jülich zurück

Von: Volker Uerlings
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Der Kreis trägt demnächst in Jülich Orange: Die Stadtverwaltung macht schon zum Jahresende das Alte Rathaus frei, neben dem später ein Neubau entstehen soll. Alles zusammen „das kleine Kreishaus“. Foto: Guido Jansen

Jülich. 43 Jahre nach der Kommunalen Neugliederung kehrt das Kreishaus nach Jülich zurück. Es wird zwar noch eine ganze Zeit dauern, bis alle vorgesehenen Dienstleistungen der Kreisverwaltung in der Herzogstadt angeboten werden können.

Aber der Jülicher Stadtrat hat dem „Kleinen Kreishaus“ am Dienstagabend mit großer Mehrheit grundsätzlich den Weg bereitet. Nicht nur das: Die Stadtverwaltung zieht bis zum Jahresende aus dem Alten Rathaus am Markt aus, um dem Kreis dort Platz zu machen. In zwei bis drei Jahren spätestens sollen 140 Mitarbeiter für die Kreisverwaltung in Jülich arbeiten. Im ersten Schritt zum 1. Januar 2015 sind das die Jobcom-Leute aus dem Nordkreis, Gesundheits- und Jugendamt.

Diese grundsätzliche Entscheidung fiel bei zwei Nein-Stimmen der Grünen und einer Enthaltung mit sehr großer Mehrheit. Auch die Grünen sind grundsätzlich für ein „Jülicher Kreishaus“, favorisieren aber einen Neubau auf dem Walramplatz. Das wäre aber nicht als „schnelle Lösung“ machbar gewesen. Landrat Wolfgang Spelthahn erklärte den Stadtverordneten, dass andere Lösungen vor allem Zeit und Geld kosteten und nur über Provisorien in Containern zu realisieren seien. Er appellierte an die Ratsmitglieder: „Wir brauchen Ihre Unterstützung, um einen Meilenstein zu setzen. Wir sitzen auf gepackten Kisten.“

Der Kreis kommt mit dem Alten Rathaus allein nicht aus, sondern muss auch auf ein oder zwei benachbarten Grundstücken, die gekauft werden müssten, einen zusätzlichen Neubau errichten, in den auch Geschäfte integriert werden. Das soll unter Einbeziehung der Bürgerschaft geschehen, kündigte der Landrat auf der Ratssondersitzung an.

Die Stadtverordneten waren ebenfalls in „Verkauflaune“. Obwohl zunächst ein Mietverhältnis vorgesehen ist, sollen gleich auch Verhandlungen über einen Verkauf des Alten Rathauses an den Kreis stattfinden.

Ob Miete oder Kauf: In beiden Fällen müssen auch etliche Bedienstete der Stadtverwaltung innerhalb Jülichs umziehen – und das bis zum Jahresende. Das sei ehrgeizig, aber möglich, hat das Immobilienmanagement bei der Stadtverwaltung laut Leiter Thomas Mülheims ermittelt. Die Volkshochschule Jülicher Land soll – vorübergehend – in der alten Realschule am Aachener Tor unterkommen. Das Jülicher Sozialamt wiederum könnte Räume unmittelbar am Neuen Rathaus beziehen, die derzeit noch der Kreis nutzt (Gesundheitsamt/altes Kreishaus am Schwanenteich).

Selbstredend muss die Stadt auch Geld in die Hand nehmen. Die Renovierungen und Umbauten kosten geschätzt etwa 205.000 Euro. Auch das segnete der Stadtrat am Dienstag ab. Auf der Gegenseite erhält die Stadt höhere Mieten vom Kreis – und/oder einen Verkaufserlös für das Alte Rathaus.

Diese Entscheidung, die man durchaus historisch nennen kann, kam binnen Wochenfrist zustande, wie Bürgermeister Heinrich Stommel eingangs der Sitzung informierte. Der Kreis sei mit der kurzfristigen Bitte, das Alte Rathaus ab 2015 nutzen zu dürfen, an die Stadtverwaltung herangetreten. Dringendster Grund ist, dass Jobcom-Mitarbeiter nicht mehr auf 15 Kommunen verteilt bleiben, sondern schnellstmöglich auf zwei zentrale Standorte konzentriert werden sollen: Düren und Jülich. Die Verwaltung informierte die Jülicher Fraktionsspitzen, danach wurde eine Ratssondersitzung einberufen.

Im Stadtrat erklärten die Vorsitzenden von CDU und SPD, Peter Capellmann und Harald Garding, die Unterstützung ihrer Fraktionen, ebenso Heinz Frey für die UWG Jül. Die FDP stimmte gleichwohl dafür.

Unterdessen wurde bei der Stadtratssitzung auch bekannt, dass Investoren und Projektplaner bei Stadt und Kreis vorstellig geworden sind, die den Walramplatz bebauen wollen. Erste konkrete Informationen soll es im Planungsausschuss geben, der am 6. November wieder tagt.

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