Kreisgruppe Düren im BUND informiert über Tiere und Lebensraum

Von: sas
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Rolf Neumann (links) und Walter Jordans (rechts) vom BUND, präsentieren vom 23. bis 27. September eine Informationsausstellung, mit Abschlussvortrag, zum Thema Wildkatzen.

Jülich. „Unser Ziel ist es, die Wildkatze in unserer Region bekannter zu machen“, sagte Walter Jordans, Vorsitzender der Kreisgruppe Düren im Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND), bei der Eröffnung der Ausstellung „Ein Rettungsnetz für die Wildkatze“, im Jufa Jülich. Dort können sich Interessierte über die Wildkatze informieren.

Abgeschlossen wird die Ausstellung mit einem Vortrag des Wildkatzenbotschafters des Bundes, Rolf Neumann. „Mit dieser Ausstellung und dem Vortrag wollen wir die Bürger über die Wildkatze informieren, ihnen zeigen, wie man eine Wildkatze erkennt, in welchen Verbreitungsgebieten sie lebt und wie wir es schaffen können, dass sich die Wildkatze auch weiter in unserer Region verbreiten kann“, sagte Neumann. Beim Vortrag wird zu Lehrzwecken auch ein Wildkatzenpräparat gezeigt.

Der BUND kümmert sich schon seit über zehn Jahren um die Wildkatzen in Deutschland. Dazu gehört das Projekt „Wildkatzensprung“, „mit dem der BUND versucht, die Verbreitung der Wildkatze zu ermöglichen“, sagte Neumann. „Bei diesem Projekt wollen wir Wanderkorridore schaffen, die die einzelnen Wälder miteinander verbinden, wodurch die Wildkatzen es einfacher hätten, sich zu verbreiten“, erklärte Neumann.

Dabei werden kleine Schneisen aus Bäumen und Büschen zwischen Feldern gepflanzt, um den Wildkatzen ein natürliches Terrain zu bieten, in dem sie wandern können, „denn Wildkatzen wandern nicht auf freien Feldern oder über Straßen, sondern nur in Waldgebieten“, sagte Neumann. Das Ziel ist es, einen Waldverbund von 20 000 Kilometern Länge zu erreichen.

Ein wichtiger Teil davon ist die Eifel. Diese beherbergt die wohl größte Wildkatzenpopulation in Deutschland, mit etwa 3000 Exemplaren. „Allein im Nationalpark Eifel leben 50 bis 60 europäische Wildkatzen. Mittlerweile haben sich die Wildkatzen bis an den Rand der Nordeifel ausgebreitet. Es gibt nachgewiesene Funde vor Düren und Aachen“, sagte Neumann. Im Jülicher Umfeld wird es sehr wahrscheinlich jedoch keine Wildkatzen geben, „denn hier gibt es zu wenig Wald und zu viele Felder“, sagte Jordans.

Neben der reinen Verbreitung der Wildkatze ist ein weiterer wichtiger Aspekt des Projektes die Populationsvermischung. „Durch die Waldverbindungen könnten sich die einzelnen Wildkatzenpopulationen stärker zusammenführen. Somit würde man Inzucht vermeiden, der für die Katzen nicht gut ist“, sagte Neumann.

Mittlerweile engagieren sich rund 1200 freiwillige Helfer und über 40 Wildkatzenbotschafter in ganz Deutschland für die Verbreitung der Wildkatze. Jedoch benötigt der BUND immer noch Spenden, um das Projekt weiter zu finanzieren, denn nicht nur die Schaffung der Wanderkorridore ist kostspielig, sondern auch die Genanalyse zur Identifizierung neuer Wildkatzen.

„Bei jeder Überprüfung, ob es sich um eine gewöhnliche Hauskatze oder eine Wildkatze handelt, müssen wir eine Genanalyse machen, die jedes Mal 150 Euro kostet“, sagte Jordans. Daher würde sich der BUND über eine Spende oder eine Wildkatzenpatenschaft sehr freuen.

„Unser Hauptanliegen ist es aber, die Leute über die Wildkatze zu informieren, sie bekannter zu machen und zu verdeutlichen, dass man den Lebensraum der Wildkatze schützen muss“, sagte Neumann. „Wenn wir es schaffen, dass sich die Wildkatzen wohl fühlen, können wir erreichen, dass sie und andere gefährdete Tierarten sich in unserer Region wieder heimisch fühlen“, so Jordans.

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