Kreis ermittelt fünf alte Luftschutzstollen: Alle in Aldenhoven

Von: Antonius Wolters
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Den Anstoß für die jüngsten Untersuchungen gaben massive Schäden, die 2013 bei den Einstürzen alter Luftschutzstollen in den Gärten von Häusern an der Siersdorfer Straße in Schleiden entstanden sind. Auf dem Bild begutachtet MdL Josef Wirtz die Schäden an einer Terrasse. Foto: Gerard Peters
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Ein Ordner für jeden Stollen: Baudezernent Hans-Martin Steins präsentiert das Ergebnis. Foto: Wolters

Aldenhoven / Kreis Düren. Der schier unendlichen Geschichte rund um den Schleidener Luftschutzstollen wird ein neues Kapitel hinzugefügt: Als im Sommer 2013 nach mehreren Erdbrüchen offenbar wurde, welche Gefahren von dem aus dem Zweiten Weltkrieg stammenden Bauwerk ausgehen, hatte Landrat Wolfgang Spelthahn eine kreisweite Bestandsaufnahme angekündigt, um konkrete Risiken aller alten Schutzbauten zu erfassen.

Diese Aufarbeitung ist inzwischen abgeschlossen.

„Die Ergebnisse liegen uns nun vor“, sagt Hans-Martin Steins, Baudezernent des Kreises Düren, der das Gutachten des „Ingenieurbüros für Umweltfragen“ Harald von Reis präsentierte, verbunden mit einer positiven Nachricht: „Wir können Entwarnung geben. Leib und Leben ist nirgendwo gefährdet."

Um ehemaligen Schutzeinrichtungen aus dem Zweiten Weltkrieg auf die Spur zu kommen, ist zunächst vom Umweltamt eine Fülle möglicher Quellen ausgewertet worden.

Alte Karten und Pläne des Eschweiler Bergwerkvereins (EBV) wurden gesichtet, Luftbilder aus Archiven und Berichte von Zeitzeugen angefordert und ausgewertet mit dem Ziel, die Lage alter Stollen zu „georeferenzieren“, um sie in den Katasterkarten einzutragen. Den Aufgabe, die genaue Lage und Beschaffenheit der Stollen zu ermitteln, übernahm das Büro von Reis, das dazu Rammkernsondierungen vornahm.

„Fünf Stollen sind am Ende übrig geblieben“, sagt Steins. Betroffen seien 25 bis 30 Grundstückseigentümer. Die Stollen befinden sich ausschließlich in der Gemeinde Aldenhoven und zwar in Siersdorf (2), Dürboslar, im Zentralort und in Schleiden.

„Wir können keine unmittelbare Gefahr feststellen“, fasst Steins die Ergebnisse der Untersuchungen zusammen. Betroffene Grundstückseigentümer werden eingehend informiert. „Wir gehen auf die Leute zu“, verspricht der Baudezernent. Dazu werden, so Steins, auch dezidierte Handlungsempfehlungen zählen, was im Einzelfall zu tun ist – oder besser zu lassen.

Als problematisch könne sich etwa im Einzelfall die Regenwasserversickerung erweisen, so dass im Zweifel Genehmigungen revidiert werden müssten. Über den bergmännisch ausgebauten Stollen in zehn bis zwölf Metern Tiefe bildet Lößlehm ein im Prinzip stabiles Gewölbe, das jedoch in Verbindung mit Wasser seine Tragkraft einbüßt.

Zu den Grundstückseigentümern, die demnächst ein Informationsschreiben des Kreises erhalten werden, gehört auch die Gemeinde Aldenhoven. Ein Stollen befindet sich nämlich im Bereich des Rathauses, das deshalb auf 60 Stelzen steht, wie aus Unterlagen von 1959 hervorgeht, als vor Baubeginn Boden und Tragkraft bereits eingehend untersucht worden sind.

Rätsel geben dagegen Informationen zu einem Stollen im Bereich des Friedhofs auf, bei dem jedoch nicht bekannt ist, ob er überhaupt gebaut worden ist. „Wir haben den Stollen nicht bestätigen können“, berichtet Hans-Martin Steins aus den Unterlagen, die die Erkenntnisse zu allen gefundenen Schutzbauwerken zusammenfassen.

Auch in diesem Fall werde der Kreis der Gemeinde aufgeben, auf verdächtige Erdbewegungen zu achten. Vielleicht müsse man in diesem Falle auch eingestehen: „Wir wissen es am Ende nicht“, bekennt der Baudezernent.

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