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Kreditklemme schadet nicht nur Gastronomie

Von: Antonius Wolters
Letzte Aktualisierung:
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Foto: Wolters

Jackerath. Die Kreditklemme der Gastronomie macht sich auch bei Ausrüstern gastronomischer Betriebe wie der Firma Katz Gastronomietechnik in Jackerath negativ bemerkbar. „Es gab tolle Aufträge, die wir nicht bekommen haben, weil die Finanzierung zusammengebrochen ist“, berichtet Michael Katz, seit Ende 2011 Geschäftsführer des Familienunternehmens, das sein Vater Hans, der gelegentlich noch im Betrieb mithilft, vor 28 Jahren gegründet hat.

Neben seinem jüngeren Bruder Martin, der im Betrieb als Serviceleiter fungiert, ist auch Mutter Anni mit an Bord, die die Bücher führt. Die Gründung vor 28 Jahren wurde gewissermaßen aus der Not geboren, denn Hans Katz war seinerzeit bereits seit zehn Jahren als Kundendienstmonteur beim Marktführer in Xanten beschäftigt. Als der jedoch pleite ging, wagte Katz den Sprung in die Selbstständigkeit. Er betreute fortan weiterhin die ihm bekannten Kunden im Umkreis von 60 bis 70 Kilometern, allerdings auf eigene Rechnung. Im April 1985 hat Katz seine erste eigene Anlage zusammengestellt und verkauft.

Dass die Gastronomie bei den Geldinstituten einen ziemlich schlechten Ruf habe, kann Michael Katz indes aus eigener Anschauung in gewisser Weise nachvollziehen. Mutter Anni Katz schätzt, dass Außenstände im Gegenwert eines kleinen Einfamilienhauses der Firma über die Jahre entgangen sind. „Durch die schwarzen Schafe kommt die Branche in Verruf“, bedauert es Michael Katz, dass deshalb teilweise tolle Ideen und Konzepte nicht zum Zuge kommen.

Um die eigenen Außenstände in Grenzen zu halten, hat Katz sich inzwischen ein robusteres Vorgehen angewöhnt und bittet neue Kunden um eine Anzahlung, zumal auch viele der Lieferanten Vorkasse verlangen. Dass diese Methode Erfolg zeitigt, hat inzwischen sogar der Steuerberater bestätigt. Ohnehin betreut Katz Gastronomietechnik zu 80 Prozent Stammkunden, ist jedoch bei neuen Imbissbetrieben eher skeptisch. „Da gibt es zu viele Amateure, die uns das Leben schwer machen“, sagen unisono Michael Katz und sein Bruder Martin, die angesichts der rasanten technischen Entwicklung mit dieser ständig Schritt halten müssen.

Michael Katz, der als Planer auch den Verkauf leitet, hat sich intensiv in ein branchenspezifisches CAD-System eingearbeitet, das es erlaubt, einen virtuellen Rundgang durch die neu konzipierte Küche zu unternehmen. Die Elektronik spielt auch bei Heißluftdämpfern, der Kühl- und in der Spültechnik eine zunehmende Bedeutung. „Die Maschine entscheidet“, habe etwa, so Martin Katz, bei der Spültechnik die Selbstüberwachung Einzug gehalten, die neben der Hygiene einen effizienten Energieeinsatz garantiere. Kombi- beziehungsweise Heißluftdämpfer gewährleisteten bessere Qualität bei geringeren Bratverlusten. Zudem behalte beispielsweise Gemüse seinen Eigengeschmack und brauche kaum noch gewürzt zu werden.

Michael Katz erzählt von einem Altenheim aus der Region, das die Probe aufs Exempel anstellte: Abwechselnd wurden die Gerichte konventionell oder mit einem Dampfgarer zubereitet, und am Ende durften die Senioren wählen: Gewonnen auf der ganzen Linie hat der Kombidämpfer der auch Vorteile bietet, wenn Reste wieder erwärmt werden sollen, da er ein Austrocknen verhindert. In diesem Zusammenhang erwähnt Katz noch das Spannungsfeld von Qualität und Preis und schneidet das Thema Wartung an, die unabdingbar sei, um die Qualität der Gerätschaften auf einem hohen Level zu halten. Da wundert es auch nicht, dass als Zielgruppe ohnehin Altenheime und Krankenhäuser bevorzugt sind, deren Bestand im Kundenkreis die Gebrüder Katz gern ausbauen möchten.

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