Krebsbekämpfung steht zwei Tage lang im Blickpunkt

Von: ptj
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Festlicher Empfang zum Gesundheitskongress: Unser Bild zeigt Festredner Dr. Friedrich Migeod (v. l.), Schirmherrn Thomas Rachel MdB, Sonnenweg-Vorsitzende Helga Maschke, Beisitzer Justus Peters, Bürgermeister Heinrich Stommel und Vize Michael Lingnau. Foto: Jagodzinska
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Riesige Angebotspalette beim Gesundheitskongress: Hier schenkt Unternehmerin Gayagri Puranik (l.) Ingwerwein aus. Foto: Jagodzinska

Jülich. „Ich betrat eine Welt und wurde zum ersten Mal als Mensch gesehen“ – so fasste „Sonnenweg“-Vorsitzende Helga Maschke bei der feierlichen Eröffnung des 7. Sonnenweg-Kongress ihre persönlichen Erfahrungen aus der ganzheitlichen Therapie bei Krebserkrankung zusammen. Der Kongress, erstmals an zwei Tagen im Technologiezentrum Jülich (TZJ) veranstaltet, diente dazu, „präsent zu sein und Wege aufzuzeigen“.

„Wie schön, dass es so etwas in Jülich gibt. So müssen wir nicht nach München oder Heidelberg fahren“, sagten wiederholt Teilnehmer, die von Aachen bis Wuppertal angereist waren. „Stellenwert komplementärer Therapien in der Onkologie – eine Einführung“, war der Festvortrag von Dr. med. Friedrich Migeod überschrieben, Chefarzt der BioMed-Klinik der mitveranstaltenden Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr (GfBK) in Heidelberg.

Das Referat krönte den Empfangsabend, musikalisch aufgewertet von Pianist Ingo Maschke. Die BioMed-Klinik ist die nächstgelegene komplementärmedizinische Klinik für Krebspatienten aus NRW. Nach Migeods Worten stellt die komplementäre Onkologie „angesichts der palliativen Situation zahlreicher Tumorleiden nach Ausschöpfung klassischer Methoden häufig den einzigen Weg dar, um körperlich und psychologisch die Lebensqualität des Patienten zu bewahren und das Prinzip Hoffnung aufrecht zu erhalten“.

Bei zahlreichen „Tumorentitäten“ erziele die Komplärmedizin häufig auch ähnliche oder verbesserte Ergebnisse in Hinblick auf das Überleben, Rezidivhäufigkeit (Wiederauftreten) und rezidivfreies Überleben. Unverzichtbares Instrument sei die Hyperthermie (unphysiologische Überwärmung des Organismus) in ihren vielfältigen Formen. Migeods Fazit lautet: „Die komplementären Therapien stellen demnach nicht eine Konkurrenz zur konventionellen Onkologie dar, sondern eine wichtige und sinnvolle Ergänzung für Patienten, die mit den Nebenwirkungen der klassischen Medizin überfordert sind, sie aus körperlichen oder seelischen Gründen ablehnen oder einfach keinen Erfolg mehr mit konventionellen Therapien erzielen konnten.“

Die zweite größere Rede hielt der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Rachel als Schirmherr der Veranstaltung. Er betonte die Fortschritte in der Krebsforschung, die auch „maßgeblich auf der kontinuierlichen und intensiven Fördertätigkeit des Bundesministeriums für Bildung und Forschung beruhten“. Wegen der Komplexität von Krebserkrankungen unterstütze das Ministerium Forscher in vielen Förderschwerpunkten und Einzelprojekten auf internationaler Ebene. Zudem fördere der Bund dauerhaft Einrichtungen wie etwa das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg mit jährlich rund 160 Millionen Euro. Zudem erläuterte Rachel detailliert das „Rahmenprogramm Gesundheitsforschung“ der Bundesregierung mit seinen sechs großen Aktionsfeldern.

Neben etlichen Fachvorträgen, Seminaren und Workshops gehörte eine Gesundheitsausstellung von Praxen, Kliniken und Unternehmen in Vincent‘s Palmengarten zum Kongress- Programm. Sie umfasste die Bereiche Prävention, aktiven Gesundheitsschutz und Hilfe zur Selbsthilfe bei Krebs. Die Angebotspalette reichte von Brottrunk über Hautpflegemittel und Körperentgiftung bis hin zu Reflexpads, die auf energetische Ströme reagieren sollen. Besucher informierten sich etwa über die Mistel- oder Weihrauchtherapie, denn die Pflanzenkraft – unter anderem auch die von Grünem Tee, Ingwer und Zimt sowie Soja-Isoflavonen – wurde groß geschrieben.

Die zumeist krebsbetroffenen Gäste kosteten milden oder kräftigen Ingwer-Wein oder ließen sich zu Schmuck beraten, in den biologisch-dynamische Pflanzenstoffe, Edelmetalle und Mineralien eingearbeitet sind. Ferner informierten sie sich über Biostimulation mit Mikrostrom zur Behandlung von Schmerzen oder über die Bioimpedanzmessung, mit deren Hilfe man den Anteil an Wasser, Fettgewebe und Muskelmasse bestimmen kann.

Ein Besucher nahm auf einem „Klangstuhl“ Platz, der ihn „in den richtigen Frequenzen beschwingt“ und entspannen ließ. Nicht zuletzt waren auch Versicherungen präsent, die ohne jeden Gesundheitscheck Patienten aufnehmen.

Glanzvoller Schlusspunkt des Eröffnungsabends war ein Benefizbüffet zugunsten des Vereins Sonnenweg. Christian Dürke hatte dazu „Farfalle alla burina“ mit frischen Gemüsen, Schinkenwürfeln und Hähnchenstreifen in Sahnesauce sowie vegetarische Tortellini mit leckeren Desserts zubereitet.

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