Kreativ-Duo versucht die Quadratur der Kunst

Von: jago
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Sunita Gupta und Pia von Ameln haben das Quadrat als übergeordnetes Kriterium für ihre zweite „fjell-Ausstellung“ gewählt. Foto Jagodzinska Foto: Jagodzinska

Jülich. Ursprünglich ist Fjell die fachliche Bezeichnung für weitläufige Hochflächen in Skandinavien. Die Kombination aus der intensiv spürbaren Kreativität der Natur selbst in unwirtlichen Regionen und dem sanften Klang des Worts gefiel den beiden Diplom-Designerinnen Sunita Gupta und Pia von Ameln so sehr, dass „fjell“ zu ihrem neuen Logo wurde.

 Damit verbunden war die Neuorientierung von der reinen Auftragsarbeit hin zur freien künstlerischen Gestaltung, in dem jedoch das alte Aufgabengebiet weiterhin seinen Platz behalten hat.

Erkennbar wird dies in ihren Gemälden, in denen man die grafische Komponente sieht, die in allen Formaten funktioniert, sei es als Postkarte oder auf einer großformatigen Leinwand. „Wir möchten die Werke zeigen, die wir im letzten Jahr erarbeitet haben“, sagten die beiden Künstlerinnen bei der Vernissage zur zweiten „Fjell-Ausstellung“ in der als Atelierhalle genutzten einstigen Schalterhalle, dem heutigen Sitz der Anwaltskanzlei Dr. Beck in der Neusser Straße.

Als Bindeglied zwischen den sehr variierenden Gemälden, Fotografien, Collagen und Verfremdungen dient das quadratische Format. Das setzt sich über die Einzelwerke hinaus fort in der Aufteilung der Atelierwände in thematische Zusammenstellungen, die wiederum ihren Zusammenhalt in groß angelegten Qua-draten finden.

Die Sujetanordnungen sind dabei ganz großartig gelungen. Verschieden große Werke bilden eine in sich geschlossene harmonische Einheit aus Formen und Farbnuancen, ohne dass das Einzelbild seine Eigenständigkeit verliert. Verändert der Betrachter seinen Standort, kann er je nach Distanz die gezielte Konzentration des Ausschnitts oder die Kombination auf sich wirken lassen – eine Herangehensweise, die sich lohnt.

Sunita Gupta und Pia von Ameln ist es wichtig, dass „sich ein harmonisch ästhetisches Ganzes ergibt“. Dabei sind ihre emotionale Herangehensweise und Kunstauffassung nahezu identisch. Ein Lächeln huscht über ihre Gesichter, als sie zugeben, sich auf dieser Ebene „wie siamesische Zwillinge zu fühlen“.

Bei genauem Hinsehen finden sich häufig so­zialkritische Ansätze, die zum Nachdenken anregen. Dies ist durchaus gewollt, aber nicht unbedingt das erklärte Ziel der Designerinnen. „Wir möchten keine Kunst, die abschreckt. Kunst soll zwar berühren, am besten aber durch Ästhetik und Harmonie“, erläutert Pia von Ameln.

„Auch eine tote Fliege kann ästhetisch sein“, fügt Sunita Gupta erläuternd hinzu. Die beiden haben glücklicherweise keine Berührungsängste mit Bildbearbeitungsprogrammen, wie es bei akademischen Künstlern oft der Fall ist. Für das sympathische Kreativduo ist es vollkommen legitim, zum Beispiel die Software Photoshop als Gestaltungswerkzeug genauso zu verwenden wie Stifte und Ölfarben.

Ein Besuch der Ausstellung bietet unter anderem die Möglichkeit, ein persönliches „Wunschbild“ in Auftrag zu geben. Geöffnet ist sie am 1., 2., 8. und 9. Dezember jeweils zwischen 11 und 17 Uhr geöffnet.

Weitere Informationen finden sich auf der Homepage www.fjell-design.de

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