Kraftwerk: Angler in Angst wegen der Fische

Von: ale
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Heimbach. Die „Planungen zum Bau eines Pumpspeicherkraftwerks Rursee” hatte der Fischereiverein Nordeifel Monschau auf die Tagesordnung seiner Jahreshauptversammlung gesetzt. Dieser Punkt nahm einen breiten Raum ein.

Es zeigte sich im Verlauf der Diskussion, dass die Angler sich gezielt Gedanken machen um die Zukunft ihres Sports und um die Fische im Rursee. Man ließ der Referentin der Firma Trianel, Nicole Kolster, zunächst Zeit, „Europas größten Stadtwerkeverbund mit insgesamt 51 Gesellschaftern” vorzustellen.

Für das geplante Kraftwerk stellt der Rursee das Unterbecken dar. Das Oberbecken mit einem Fassungsvermögen von 7,5 Millionen Kubikmeter soll im Buhlert gebaut werden. Das Wasser wird aus dem Rursee hochgepumpt und zur Stromgewinnung wieder abgelassen. Wenn sie auch betonte, dass man sich „noch in einer sehr frühen Phase der Regionalplanung” befinde, so konnte sie doch Zahlen vorlegen, die den schwankenden Wasserstand des Rursees betreffen: Wenn der See fast voll ist (Stand 279 Meter), wird innerhalb von sechs Stunden ein Unterschied von 1,25 Metern an den Ufern entstehen, wenn er nur eine Höhe von 260 Metern hat, wird der Unterschied zwei Meter betragen.

Riesiger „Sauger”

Mit dem Wasserverband Eifel-Rur seien Gespräche geführt worden, von dieser Seite sei eine Standsicherheit der Dämme bestätigt worden, diese Schwankungen würden die Dämme nicht beeinflussen. In der Bucht des Schilsbachtals wird eine Art „Sauger” installiert, der das Wasser aus dem See ansaugt und später wieder hinein lässt. Dieser wird eine Breite von 76 Meter haben und einen Durchmesser von zwei Metern. Aus den Reihen der Angler wurde gefragt, wie man sich das vorstellen müsse, wenn das Wasser wieder in den See „hineinschießt”, wie dann der Schlamm aufgewühlt wird? Von „Hineinschießen” könne keine Rede sein, antwortete Nicole Kolster, sie gab die Fließgeschwindigkeit mit 0,5 m pro Sekunde an. Wie die Strömung im weiteren See aussehen werde, das wisse man noch nicht.

Mehrere Zuhörer befürchteten, dass es mit dem Angeln am Ufer vorbei sein wird. Heinrich Karbig sagte: „Für mich steht fest, dass eine Fischerei im Rursee nicht mehr möglich sein wird. Diese Maßnahmen werden viel Unruhe bringen.” Mit deutlichem Engagement und erkennbarer Leidenschaft trug ein Angler seine Bedenken vor: „Die Stadt Heimbach hat in ihrer Stellungnahme die Errichtung abgelehnt. Wir werden im Unklaren gelassen über die Bauzeit. Wenn der Rursee abgelassen wird, wird noch ein Bächlein fließen. Welche Fische sind da noch drin?” Er glaube nicht, dass die Interessen der Angler und der Schutz von ein paar Fischen in so einem großen Projekt wirklich von Belang seien.

Walter Solbach fügte hinzu: „Sie kriegen unsere Zustimmung nur dann, wenn es fischverträglich ist.” Und Nicole Kolster versuchte zu beruhigen: „Sie können alle Bedenken der Bezirksregierung mitteilen. Es wird unsere Aufgabe sein, mit Ihnen gemeinsam Lösungen zu finden.”
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