Kräfte bündeln für das Jülicher Land als Innovationsregion

Von: Volker Uerlings
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Hier laufen noch für Jahrzehn
Hier laufen noch für Jahrzehnte die Bänder des Tagebaus Inden zusammen. In der fernen Zukunft liegt dieser Bereich unter einer Restsee-Oberfläche. Die weitere Gestaltung der Bergbauregion ist ein Thema für die „Innovationsregion Rheinisches Revier” und die Entwicklungsgesellschaft Indeland. Foto: Uerlings

Jülich/Kreis Düren. Nach über zwei Jahren zeigt die Innovationsregion Rheinisches Revier allmählich Konturen. Diese Initiative soll die Weichen stellen für die Zeit nach der Braunkohle. Das war von Anfang an bekannt.

Anfang des Monats hat nun NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin die ersten Themenfelder benannt, die im Städtedreieck Aachen-Köln-Düsseldorf die Schwerpunkte sein sollen: Solarwirtschaft, Strom-Speichertechnologien, Elektromobilität, Bioökonomie sowie klimaneutrales Wohnen und Logistik. Ein zur Stadt Jülich passendes Feld wäre es, sich als „Solar-Taktgeber” zu betätigen. Das sagt der SPD-Kreisvorsitzende Dietmar Nietan, der selbst am Düsseldorfer Koalitionsvertrag mitgeschrieben hat. Und er hofft, dass die Stadt Jülich dann auch mit dem Indeland-Geschäftsführer Jens Bröker „im Reinen” ist.

Bekanntlich läuft derzeit der Versuch, eine außergerichtliche Einigung zu erzielen. Jülich hatte gegen die Bestellung Brökers geklagt. Wenn zum Beispiel der besonders umstrittene Beratervertrag aufgelöst werden könnte, wäre wohl die Jülicher Klage vom Tisch. Darauf deutet derzeit einiges hin, das ist aber noch nicht sicher.

Nietan warb dieser Tage im Gespräch mit unserer Redaktion dafür, dass Jülich im Falle einer Einigung auch die Potenziale nutzt, die nicht nur die in dieser Stadt ansässige Geschäftsstelle der Innovationsregion bietet, sondern eben auch Indeland mit Bröker. So ließe sich die Idee, Jülich als „Solar-City” zu positionieren, über eine Untersuchung des Indeland-Chefs auf den Weg bringen. „Dann könnte die Stadt ja sagen: Jetzt kriegen wir den Herrn Bröker ans Arbeiten!” Der solle z.B. untersuchen, ob sich Bereiche des alten FH-Geländes eignen, um Firmen der Solarwirtschaft hier anzusiedeln. Da Indeland über den Landrat auch im Beirat der Innovationsregion vertreten ist, ließe sich das von dieser Seite flankieren. Nietan: „Wir alle müssen die Instrumente schlau einsetzen.” Indeland sei ein solches, dem vom NRW-Wirtschaftsminister ausdrücklich Unterstützung signalisiert worden ist. Das lässt aufhorchen.

Der Kreis Düren und das Jülicher Land seien gut aufgestellt. „Politische Barrieren” sind da nach Nietans Ansicht fehl am Platze. Mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Josef Wirtz gebe es einen „super engagierten Oppositionspolitiker. Das hilft manchmal, wenn der permanent fragt, wann das Land endlich in die Gänge kommt. Und wir haben mit Jens Bröker einen eloquenten Indeland-Geschäftsführer.”

Eines der ersten konkreten Projekte der Innovationsregion wird die Erfassung sämtlicher Gewerbeflächen und alter Industriebereiche des rheinischen Braunkohlenreviers sein. Neudeutsch: Monitoring. Sie sollen laut Nietan geprüft und nach thematischen Schwerpunkten vermarktet werden. Sinn sei es, dass sich die Beratung potenzieller Investoren nicht an den Grenzen einer Stadt oder eines Kreises orientiere. Nietan: „Davon sollen alle profitieren.”
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