Titz - Kosaken-Chor: Ukrainer und Russen singen in Freundschaft

Kosaken-Chor: Ukrainer und Russen singen in Freundschaft

Von: jago
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Das Publikum zeigte sich angetan von der herzlichen Unbefangenheit der Chormitglieder und spendete begeisterten Applaus sowohl für die stimmgewaltigen Chor- als auch die virtuosen Solovorträge. Foto: Jagodzinska

Titz. „Wir haben uns fest vorgenommen, heute Abend das schönste Konzert unserer Tournee zu singen.“ Mit diesem Versprechen begrüßte Peter Orloff die Zuhörer in der Titzer Kirche St. Cosmas und Damian, wo er mit dem Schwarzmeer Kosaken-Chor bereits zum dritten Mal gastierte.

Charmant sprach der Gesamtleiter des bekanntesten Kosaken-Chors Elena Kelzenberg und ihrem Ensemble „Pro Musica“ ein großes Kompliment aus für die wundervolle Einstimmung auf die folgenden zwei Stunden mit Musik, die „die Seele berühren und in den Herzen nachklingen“ möge.

Der Flöten- und Singkreis hatte mit vier thematisch passenden Liedern und einer jazzig angehauchten Interpretation der „Moskauer Nächte“ von Elena Kelzenberg die Atmosphäre in der Kirche für das mit Spannung erwartete Konzert optimal vorbereitet.

Singend betender Chor

Zum Auftakt sangen die Schwarzmeerkosaken unter stehender Anteilnahme und stiller Mitwirkung der Zuhörer das „Vater unser“. Erneut wurde deutlich, dass man sich als singend betender Chor versteht, der immer wieder „Werke aus unserer Heiligen Liturgie“ wie beispielsweise das „Ave Maria“ aus innerer Überzeugung vorträgt. Insgesamt bot das Programm eine klassische Auswahl aus dem bekannten Repertoire der Schwarzmeerkosaken, perfekt abgestimmt auf die Erwartungshaltung der Zuhörerschaft.

„Der Gefangenenchor“ aus Giuseppe Verdis „Nabucco“, die Arie des Prinzen Kalaf aus der Oper „Turandot“ von Giacomo Puccini , besser bekannt unter dem Titel „Nessun Dorma“ und „Die Legende von den zwölf Räubern“ rissen das Publikum zu Begeisterungsstürmen hin. Stehende Ovationen begleiteten das Ensemble in die Konzertpause.

Mit einem Schwanensee-Terzett wurde der zweite Konzertteil eröffnet, der unter anderem nach St. Petersburg in das alte Russland mit seinen geheimnisvollen Geschichten und mystischen Legenden entführte. In Liedern voller Lebensfreude ergänzten die Schwarzmeerkosaken den meisterlichen Chorgesang und die Solo-Interpretationen mit spielerischer Mimik und lustiger spontaner Einbeziehung der Zuhörer. Im Kontrast dazu standen wehmütige Weisen, bei denen im sakralen Kirchenraum atemlose Stille und Ergriffenheit herrschten.

Mit zwei klassischen Märschen über „Die jungen Kosaken vom Don“ und der „Ballade vom Kosaken-Hauptmann Stenka Rasin“ machte das Konzert die Ursprünge der Kosakenmusik lebendig. Fast schon Erleichterung ging durch das Publikum, als die ersten Töne des Klassikers „Kalinka“ angestimmt wurden, ohne den ein Konzert der Schwarzmeerkosaken wohl nicht komplett ist.

„Wir haben genau so viel Freude wie Sie“, gab Orloff zwischenzeitlich die Stimmung wieder – eine Feststellung, die in der herzlichen und intensiven Hingabe jedes einzelnen Chormitglieds erkennbar wurde und die das Anfangsversprechen bestätigte. Erwartungsgemäß und verdientermaßen wurde die großartige musikalische Darbietung mit stürmischem Applaus bejubelt.

Unvergessliches Erlebnis

Viele Besucher nahmen ein unvergessliches Konzerterlebnis als „schönen Traum in ihrem Herzen“ mit, so wie Peter Orloff es in seinen Moderationen mehrfach empfohlen hatte.

Ungeteilten Beifall fand weiterhin Orloffs Botschaft an die Verantwortlichen im politisch-kriegerischen Konflikt im Herkunftsland des Chores: „Hier singen die besten Sänger der Ukraine und Russlands gemeinsam in herzlicher Freundschaft und zeigen der Politik, dass die Musik schon viel weiter ist.“

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