Koroded stellen neues Album im Jülicher Kulturbahnhof vor

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Jülich. „Die Zeiten werden härter, Koroded auch!“ So beschreiben die Schwermetaller aus dem Raum Aachen-Düren-Jülich mit internationaler Erfahrung ihr neues Album „Dantalion“. Ihr neues Werk stellt die Band am Samstag, 28. September, 20 Uhr, im Jülicher Kulturbahnhof vor. Mit dabei sind „Ebenezer Scrooge Complex“ und „A Drop in the Ocean“. Der Eintritt kostet sechs Euro.

Gitarre, Bass, Schlagzeug und Gesang seien die typischen Merkmale von früher, die auch in die aktuelle Musik zu finden seien, meint Gitarrist Andreas Leifeld augenzwinkernd und fügt dann hinzu: „Was Koroded meines Erachtens immer ausmachte, sind die Mixes aus Stakkato-Gitarren, rhythmisch betonten Groove-Parts und melodisch getragenen Gesängen, die sich mit harten Growls und Schreien abwechseln.“

Dabei habe sich in den Jahren der Schwerpunkt immer wieder auf bestimmte Anteile daraus verschoben. „Wir stehen und standen halt auch immer auf vertrackte Rhythmen, die gewöhnliche Strukturen aufbrechen und Parts unvorhersehbarer machen. Aber natürlich lieben wir auch ab und an ‚poppige’ und ‚epische’ Refrains.“

Ein allmächtiger Höllenfürst

Der Titel „Dantalion“ ist keineswegs nur schmückendes Beiwerk des neuen Albums. „Dantalion ist eine Figur aus der Dämonologie, ein nahezu allmächtiger und allwissender Höllenfürst, der die Gedanken aller Menschen kennt und sie daher entsprechend manipulieren kann“, erklärt Sänger Jan Röder.

Dass er beruflich viel mit Menschen zu tun hat, die am Rand der Gesellschaft stehen und oft ein hartes Leben hinter sich haben oder unter schweren psychischen Krankheiten leiden, inspiriert die zehn Songs des Albums. „Da entstehen oft Bilder im Kopf von solchen Dantalions, die die Gedanken der Menschen vergiften.“ Es geht um Macht und Autorität sowie die Abgründe der Natur des Menschen.

Womöglich fließen dabei auch einige Erfahrungen aus der bandeigenen Historie mit ein. Immerhin haben Koroded eine Achterbahnfahrt mit etliche Höhen und Tiefen mitgemacht.

In den zehn Jahren nach ihrer Gründung 1997 nahmen sie zehn CDs auf und unternahmen Tourneen mit Shows unter anderem in den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Tschechien, Ungarn, Dänemark, Italien, Großbritannien und Frankreich. 2007 plötzlich die Auflösung. Die kontinuierliche Mühle zwischen Shows, Songwriting und Studio zollte ihren Tribut.

„Wenn man so extrem lange und viel ständig aufeinander hängt, bleibt es nicht aus, dass Spannungen entstehen. Man hätte damals einfach zwei Monate Auszeit komplett nehmen sollen und danach sich mal zusammensetzen und reden!“, resümiert die Gruppe mittlerweile.

Damals führte es zum Ausstieg von Drummer Ben Overmann und der Fortführung von Koroded unter dem Namen „ByFear“. Auch wenn dieses Projekt auf Dauer keinen Bestand hatte, trug es doch immens zum künftigen Entwicklungsprozess bei. „Mit ‚neuer’ Band war es einfacher, gewohnte Pfade zu verlassen und das bekannte Spektrum auszuweiten, was sich dann wieder in der Arbeit mit Koroded niedergeschlagen hat“, bekräftigt Andreas Leifeld.

Auf einem ByFear-Konzert quatschten sich dann Jan, Andreas und Ben aus, trafen sich anschließend mit kompletter Band zur ersten Koroded-Probe und die alte Karre knallte direkt von 0 auf 100, als ob nichts passiert sei. Dennoch gab es eine Umbesetzung, so dass neben Bassist Christoph Golks nun auch Adrian Schlesinger (The Ebenezer Scrooge Complex, Ex-Descending Sky, Ex-Gleis3) als neuer Gitarrist das Quintett Koroded komplettiert.

Und jetzt gibt es voll was auf die Ohren, auch quantitativ. Denn der jetzigen Plattenfirma gefiel das alte Material so gut, dass sie das letzte Koroded-Werk „To Have And To Unhold“ als Re-Release zum 1. März neu herausgebracht haben mit den fünf Songs der vorausgegangenen EP „The Absurd Beauty of Being Alone“ als Bonustracks. Einen Tag vor dem Gig im KuBa erscheint „Dantalion“.

„Ich behaupte, die Songs sind nachvollziehbarer und auf jeden Fall härter. Wozu wohl auch die „Befreiungsarbeit“ mit ByFear beigetragen hat“, erzählt Andreas Leifeld.

„Für mich persönlich ist das unser erstes ‚richtiges’ Metalalbum angesichts der Steigerung im Härtegrad und Design. Die Soundkollagen im Intro und Outro verstärken nochmals den Eindruck eines ganzen Konzeptes, der Story ‚Dantalion’ eben...“

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