Korneliusmarkt: So viele Stände wie noch nie

Von: ptj
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Älteste Landmaschine, natürlich unverkäuflich: ein funktionierender leuchtgasbetriebener stationärer Motor. Foto: Jagodzinska

Rödingen. Der über 400 Jahre alte Korneliusmarkt, zugleich „der größte in der Landgemeinde Titz“, wie Bürgermeister Jürgen Frantzen stolz betonte, hatte allerlei zu bieten. Mit 66 Ständen hatten die Veranstalter unter Federführung von Wilhelm Hintzen „einen neuen Rekord aufgestellt“.

Zudem griff die Sparkasse Düren, mit einem Infomobil auf dem Markt vertreten, „tief in die Tasche, um jedem Kind eine Freifahrt auf dem Karussell zu bieten“.

Ferner sangen alle Marktbesucher auf Hintzens Einladung für das Geburtstagskind Charlotte ein Ständchen. Gleichzeitig gab es eine Verabschiedung. Rödinger Kinder, die im vergangenen Jahr in die „GGS Titzer Land“ nach Titz gewechselt sind, gestalteten nach etlichen Jahren maßgeblicher Teilnahme am Marktgeschehen zum letzten Mal das Bühnenprogramm.

Zunächst begrüßte Hintzen auf der Bühne Größen aus Politik und Kultur, darunter auch CDU-Landtagskandidatin Dr. Patricia Peill und Judaistin Monika Grübel, die zu einem Begleitprogramm ins LVR-Kulturhaus Landsynagoge einlud.

Dann sangen die Rödinger Kinder unter Leitung von Monika Saal passend zur Verabschiedungsthematik ein afrikanisches Tanzlied von einem Vogel, der „das Fliegen gelernt hat“ und ließen mit den Politikern mit Helium gefüllte und mit Namenskarten versehene Luftballons gen Himmel steigen. Natürlich kommt das Gelingen des Marktes „nicht aus dem hohlen Bauch heraus“.

Das betonte Hintzen und dankte in diesem Zusammenhang Schaustellern und Vereinen, aber auch der Bevölkerung, die sich wie gewöhnlich auf einen gesperrten Ortskern einlässt.

Wie üblich war das Angebot breitgefächert. Es reichte von charmanten ländlichen Kürbisarrangements, Tee- und Heilkräutern und Gewürzen über Holz-, Leder- und Stahlwaren, Bekleidung und Haushaltswaren bis hin zur Kunst. Abstraktes auf Acryl und Öl war genauso zu haben wie „Kunst aus zweiter Hand“ zugunsten des gemeinnützigen Vereins „Frauen helfen Frauen“, erstmals angeboten von Galeristin Brigitte Habig aus der „Alte Weberei“.

Erwähnenswert ist die Traktoren- und Landmaschinenmeile im Klasend, zum zweiten Mal erweitert mit Spielzeugtreckern und -Landmaschinen. Das älteste Großgerät stammt von 1911 und ist ein funktionierender leuchtgasbetriebener und wassergekühlter stationärer Motor mit 6 PS und 4500 Kubikzentimetern Hubraum – mit spontaner Geräuschentwicklung während des Laufbetriebes.

Heutzutage ersetzen Elektromotoren dieses Vorgängermodell, wie Besitzer Hermann-Josef Göbbels aus Ralshoven erklärte. Natürlich sei der Motor unverkäuflich. Verschiedene Speisen, darunter (Reibe)Kuchen, Grillwurst, gebratene Champignons und Schokofrüchte, luden die Marktbesucher zum Verweilen ein.

Ein Plakat an einem der Honigstände klärte über „Das Leben der Honigbiene“ auf, über Ei- und Larvenzeit, Puppenzeit und das Schlüpfen. Das ansprechende Bühnenprogramm mit Beiträgen von Schülern und Kindergartenkindern und eines zweiten, größeren Luftballonwettbewerbs beschloss das stimmgewaltige und einfühlsame Gesang-Gitarren-Duo „Da Capo Al Fine“ alias Claudia Breuer und Holger Forst.

Den passenden Blick in die Historie lieferte erneut der Rödinger Historettenverein mit der Vorstellung seiner 13. „Historetten“-Ausgabe. Sie beginnt mit dem 70-jährigen Jubiläum der VdK Rödingen-Höllen und schließt mit einem Küchenutensil aus der Jahrhundertwende, einem Sago-Behälter, inklusive Rezept für eine Sago-Suppe.

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