Jülich - Kooperation ermöglicht neue Art der Berufsfindung

Kooperation ermöglicht neue Art der Berufsfindung

Von: hfs.
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Wie man eigenständig in einem hochmodernen Labor des JuLab arbeiten kann, zeigten Schülerinnen und Schüler des Anne-Frank-Gymnasiums unter den Augen des Staatssekretärs ihren Gästen. Foto: hfs.

Jülich. Wie kann man Schülerinnen und Schüler für Naturwissenschaften interessieren? Wie sind Grundlagen zu schaffen, dass dem drohenden Fachkräftemangel mit Blick auf den demografischen Wandel begegnet wird? Wie kann der Übergang von der Schule zum Beruf optimal gestaltet werden?

Drei Fragen, für die das Forschungszentrum Jülich (FZJ) mit Hilfe dem NRW-Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales und vier Dürener Gymnasien eine Antwort gefunden hat. „Schule erlebt Forschung“ heißt ein auf zwei Jahre befristeter Schulversuch, der nun mit einer Kooperationsvereinbarung unter den Beteiligten im Schülerlabor „Julab“ auf dem Forschungscampus unterzeichnet wurde.

Eigene Talente entdecken, wissenschaftliche Neugier wecken und selbst experimentierend Forschung betreiben, sind die Ziele, die hinter dem Projekt stehen, das bislang mit großem Interesse und Erfolg von Schülern der Anne-Frank-Gesamtschule aus Düren im letzten Schuljahr angewandt wurde. Gesammelt wurden ausschließlich positive Erfahrungen, hob Schulleiter Johannes-Willi Stollenwerk hervor, als er anlässlich der Kooperationsvereinbarung vom ersten Schulversuch sprach, den seine Pennäler absolviert hatten.

Das JuLab des Forschungszentrums mit seinem Leiter Karl Sobotta hatte dazu gemeinsam mit Pädagogen Konzepte für einen Biologieunterricht entwickelt, „der viel Platz für Experimente hatte“, erläuterte Stollenwerk. Und diese Experimente wurden dann eigenständig im Schülerlabor durchgeführt. „Hinter der Idee steht die Überzeugung, die Schüler durch eigenständiges Handeln und Experimentieren stärken für die Naturwissenschaft zu interessieren“, beschrieb Angela Ertz, die Projektleiterin die Praxistage im FZJ.

Gefordert wurde, dass sich die Praxis im Labor mit den Lehrplänen und den geforderten Inhaltsfelder deckt. Damit soll die Biologie im wahrsten Sinne des Wortes greifbar werden, was ein weiterer Aspekt sei, den man im JuLab vermittelt. Dazu gehören auch Besichtigungen, die das Betreuungsteam um Projektleiterin Ertz in Institute des Forschungszentrums vermittelt, wo den Schülern der direkte Kontakt mit „richtigen“ Wissenschaftlern und Forscher ermöglicht wird. „Geradezu eine ideale Voraussetzung, um eigene Talente zu entdecken“, umschrieb der Bundestagsabgeordnete Dietmar Nietan diesen Teil des Unterrichts.

Nietan selbst war es, der zusammen mit Liesel Koschorreck, 1. stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Düren, zu den Mitinitiatoren des Projekts zählt. „Vor 35 Jahren wurde ich als Schüler des Burgau-Gymnasiums nach Jülich zur Hauptschule gefahren, wo es ein einzigartiges Biotop und wo es praktischen Unterricht gab“, erinnerte er sich.

FZJ unterschreibt zuerst

Das Forschungszentrum ist gerne bei dieser neuen Berufsorientierung dabei, betonte Vorstandsmitglied Prof. Harald Bolt und verleugnete den Eigennutz nicht. „Vielleicht können wir dann den einen oder anderen Schüler bei uns als Auszubildenden gewinnen“, sagte er angesichts der rund 300 Azubi-Plätze im FZJ. Prof.

Bolt dankte dem NRW-Ministerium für die rund 120.000 Euro Mitfinanzierung des nun auf weitere zwei Jahre ausgelegten Projektes. An dem beteiligen sich auch das St. Angela-Gymnasium, das Burgau-Gymnasium und das Gymnasium der Gemeinde Kreuzau.

„Mit über 460 Schüler“, freute sich Staatssekretär Dr. Wilhelm D. Schäffer, der dieser neuen Art der Berufsfelderkundung eine gute Zukunft wünschte. Was sich auch die jeweiligen Schulleiter Johannes-Willi Stollenwerk, Wolfgang Habrich, Dr. Arno Schneider als auch Wolfgang Arnoldt erhofften, als sie zufrieden den Kooperationsvertrag unterzeichneten. Der trug da bereits die Unterschrift von Prof. Harald Bolt.

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