Titz - Konzertbesucher sind begeistert von Peter Orloffs Schwarzmeerkosaken

Konzertbesucher sind begeistert von Peter Orloffs Schwarzmeerkosaken

Von: ptj
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Schwarzmeerkosaken in Weiß: In der zweiten Konzerthälfte dominiert die russische Lebensfreude. Foto: Jagodzinska
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Echte Liebesgeschichte inmitten des Konzerts: Tenor Wladimir Kuzmenko holt sich seine Angebetete ins Publikum, die Beziehung entstand bei Kosakenkonzerten in Titz. Foto: Jagodzinska

Titz. Gewaltige Stimmen, ein Hauch Mystik, jede Menge russische Lebensfreude, eine echte Liebesgeschichte und ein restlos begeistertes Publikum bestimmten das Konzert mit Peter Orloff und den Schwarzmeerkosaken – und dem Titzer Ensemble „Pro Musica“.

Zum vierten Konzert in dieser Kombination war die Pfarrkirche erneut gefüllt. Der Flöten-Singkreis unter Leitung von Elena Kelzenberg stimmte mit Stücken wie „Lass uns der Welt ein Segen sein“ oder „Zusammen leben“ „wunderbar auf das festliche Konzert ein“, wie Peter Orloff, musikalischer Gesamtleiter der Schwarzmeerkosaken, es später ausdrückte.

Gemeinsam interpretierten die Ensembles die russisch-orthodoxe Hymne „Tebe pajom“ (Oh, Herr, gib Frieden), bevor die singenden Kosaken in schwarzer Reiterkleidung das Zepter übernahmen. Zum „heiligsten Gebet, das wir haben“, nämlich dem „Otsche Nasch“ (Vater unser) bat Orloff die Gemeinde aufstehen. Zur „Schönheit und Innigkeit der Heiligen Liturgie“ zählte ebenso das „Ave Maria“ von Schubert, das Sopranist Igor Ishchak ergreifend interpretierte, seine Sopranstimme ist der einer Frau zum Verwechseln ähnlich.

In der alte Klosterlegende „Gott rette dein Volk oder die 12 Räuber“ solierte Baritonist Peter Orloff. Dann brachten die Ausnahmestimmen, die jeweils in mehreren Soli zu hören waren, „Schwanensee“ von Pjotr Tschaikowsky und ernteten stehende Ovationen.

Zum 12-köpfigen Männerensemble zählt Bariton Slava Kripakow, der gleichzeitig die Bassbalalaika spielt, und Korrepetitor Ilya Kurtev, der die Bajan, das russische Akkordeon spielt – und eine Frau, Instrumentalistin Irina Kripakova mit ihrer russischen Laute „Domra“.

Temperamentvolle zweite Konzerthälfte

Eine temperamentvolle zweite Konzerthälfte kündigte sich bereits mit dem letzten Lied der feierlich gestimmten ersten Konzerthälfte an, nämlich „Auf viele Jahre“ vom Dimitri Bortnijanski.

Mit russisch-ukrainischen Impressionen, vorgetragen mit viel Rhythmik auf dem Weg „Von Kiew nach St. Petersburg“, eröffnete das Instrumententrio die zweite Hälfte des Konzertabends. Die Kosaken in strahlend weißen Hemden interpretierten russische und ukrainische Volkslieder und Balladen in Originalsprache, Klassik und eine alte russische Romanze. Die Romanze hieß „Ach, mein Seelchen“, gesungen von Tenor Wladimir Kuzmenko.

Zur großen Überraschung der Zuhörer in der Titzer Pfarrkirche holte der russische Tenor singend eine blonde Frau aus der ersten Bankreihe, tanzte mir ihr im Mittelgang, nahm sie mit sich auf die Bühne, umarmte sie und kniete vor ihr nieder, als wollte er um ihre Hand anhalten. Eine wahre Liebesgeschichte, wie „Pro Musica“-Sängerinnen zu erzählen wussten. Die Dame aus dem Publikum war nicht nur bei allen Konzerten der Schwarzmeerkosaken in Titz dabei, sondern tourt mit ihnen und ist inzwischen mit Wladimir Kuzmenko liiert.

Ein zweites schnelles Instrumental folgte, das russische Volkslied „Barinja“. Fester Bestandteil des Repertoires waren erneut „die Ballade vom Kosaken-Hauptmann Stenka Raisin“, die wiederholt Peter Orloff zu Gehör brachte, und die „Abendglocken“ zum fulminanten Finale.

Als der Applaus der Zuhörer nicht enden wollte, folgte „Kalinka“ als erste Zugabe. „Das ist einmalig. Diese Stimmen gehen mir durch Mark und Bein“, brachten Besucher ihre Emotionen auf den Punkt. „Jetzt fehlt nur noch der Vodka“ meldete sich eine andere, als die Schwarzmeerkosaken in purer Lebensfreude „die schönsten Perlen aus dem alten Russland“ erzählten.

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