Jülich - Konzert mit Sinfonietta Regio

Konzert mit Sinfonietta Regio

Von: Hildegard Viehöfer-Emde
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Das Symfonieorchester „Sinfonietta Regio“ begeisterte das Jülicher Publikum. Foto: Wolfgang Emde
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Jülich. Erstmals zu Gast im PZ der Zitadelle in Jülich war „Sinfonietta Regio“, ein Orchester aus der Aachener Region, bei dem sich auch teilweise professionelle Musikerinnen und Musiker zu einem großen Sinfonieorchester zusammenfanden, das wöchentlich probt, und in unserer Region viele Konzerte gestaltet.

Das ansprechende Programm begann mit einer Rarität von Wolfgang Amadeus Mozart Die Ouvertüre und die Ballettmusik aus der Oper „Idomeneo“ werden selten aufgeführt. Zu Unrecht, denn die Musik, in der die Themen der Oper immer wieder auftaucht, ist sehr „hörerfreundlich“ und gibt den Musikern, vor allem den Bläsern, Gelegenheit, auch immer wieder in solistischen Phasen den Klang ihrer Instrumente in bester Form zu präsentieren.

Der Dirigent des Orchesters, Jeremy Hulin, ließ es sich nicht nehmen, charmant und witzig in Mozarts Komposition einzuführen und Hintergrundwissen zu vermitteln. Schon bei diesem Werk wurde deutlich, welche Spielfreude und Professionalität dieses Orchester in sich vereint.

War bei der Musik Mozarts die Opernthematik Programm, so liegt auch der folgende Sinfonie Nr. 5 e-Moll von Peter I. Tschaikowsky ein Programm zugrunde, das leider nur in Fragmenten bekannt ist. In nur vier Wochen skizzierte der Komponist sein Werk, in drei weiteren Wochen entstand die Instrumentation, die Uraufführung erfolgte 1888 in Moskau.

Jeremy Hulin erklärte seinen Musikern bei der Probenarbeit, die Sinfonie, die Musik müsse eine Geschichte erzählen. Dies gelang ihm und seinen Musikern bei der Aufführung mit Bravour.

Bei diesem viersätzigen Werk entfaltete das Orchester seine volle Klangkraft. Über 60 Musiker bilden das große Sinfonieorchester, dessen Leiter mit einem äußerst präzisen, furios-temperamentvollen Dirigat die einzelnen Instrumentengruppen, aber somit auch das ganze Orchester voll im Griff hatte.

Er konnte mit seinen Musikern die Intention der Sinfonie so gestalten, dass dem Zuhörer mitreißend das schwermütig, wilde, leidenschaftliche Lied an das Leben musikalisch dokumentiert wurde.

Düstere Melodien des Zweifels, zarte Lyrik und wilde Temperamentsausbrüche brachte das Orchester fein abgestuft in Perfektion und mit vollem Klangvolumen.

Teilweise grell instrumentiert, fast hemmungslos von erregender Rhythmik geprägt, lebt die Sinfonie auch von russischen Elementen. Diesen Stimmungsgehalt der Melodik und die elementare Rhythmik machen das Besondere der Komposition aus. Klangvolle Solopasssagen der verschiedenen Bläsergruppen, eine starke und äußerst präzise Streichergruppe machten die Virtuosität der Musiker deutlich.

Das großartig besetzte Orchester erwies sich als qualitativ hochstehend und kann durchaus mit den fest etablierten mithalten. Das Gastspiel war für Jülichs Konzertszene ein großer Gewinn. Der Riesenapplaus ist hoffentlich für die Musiker und ihren Dirigent Anlass, die historische Festungsstadt an der Rur als Aufführungsort in die Konzertreihe des Orchesters aufzunehmen.

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