„Konfliktpotenzial”: Kommen die Studenten zu nahe?

Von: hfs.
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Die Wohnhäuser am Rande von Lich-Steinstraß und das FH-Gelände sind sich nah, zwei Wohnheime sollen noch näher kommen. Foto: hfs.

Jülich. Der studentische Lebensstil unterscheidet sich im Allgemeinen von dem anderer Bürger. Das behaupten 40 Unterzeichner aus Lich-Steinstraß.

Die Anwohner, die in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Studentenwohnheimen auf dem Solarcampus am Freiwalder Weg ihr Zuhause haben, sprechen sich gegen den Bau von zwei neuen Studentenwohnheimen aus, die auf der anderen Straßenseite errichtet werden sollen. Sie wehren sich gegen einen Bebauungsplan, der das vorsieht.

„Bei der Errichtung von weiteren 200 Studentenwohnungen direkt am Freiwalder und damit Pafflicher Weg wird ein Konfliktpotenzial absehbar, das vermeidbar wäre”, sagt im Namen von 40 weiteren Unterzeichnern Rolf Skowronek. Er wohnt auf dem Paffenlicher Weg, rund 100 Meter entfernt befinden sich die bereits vorhandenen Studentenwohnungen.

Beschwerden „nicht bekannt”

Glaubt man der Stellungnahme der Anwohner, hat es in den vergangenen Jahren wiederholt Beschwerden wegen Lärmbelästigung seitens der dort feiernden Studenten gegeben. Hans Pinell, Leiter des Jülicher Ordnungsamtes, kann das auf Anfrage nicht bestätigen. „Davon ist mir nichts bekannt”, widerspricht er dieser Aussage. Auch bei der Polizei weiß man nichts von wiederholten Beschwerden und verweist auf eine besonders gute Zusammenarbeit zwischen der Polizei und einer auf dem Campus extra eingerichteten Kooperationsstelle.

Den Anwohnern in Lich-Steinstraß ist bewusst, dass Wohnraum für Studenten in Jülich knapp ist und erschwingliche „Buden” ebenso wie Freizeiteinrichtungen für den Ruf der Stadt als Studienort notwendig sind. Die künftigen Nachbarn verweisen aber auch darauf, dass die beiden geplanten neuen Wohnheime nun vor ihrer Haustür gebaut werden sollen. „Der Abstand der jetzt geplanten Wohnungen beträgt nur noch zehn Meter.”

Sie sollen direkt auf der anderen Straßenseite errichtet werden. So seien „noch größere Lärmbelästigungen” zu befürchten, hervorgerufen von den Feiern kleiner Gruppen, wie sie jetzt schon in den Gärten der bestehenden Wohneinheiten stattfänden.

Dass das Studentenwerk auf der FH-Homepage mit diesen Möglichkeiten der Freizeitgestaltung wirbt, („Auf dem Grillplatz ... bietet sich die Möglichkeit, zu grillen und gemütliche Stunden am Feuer zu verbringen, unser Beachvolleyballplatz und die ... große Wiese laden zu Sport, Spiel und Spaß ein”) wird in der Stellungnahme an den Jülicher Planungsausschuss als Plus für den Studienstandort bezeichnet - ein Plus, das gern angenommen werde, „wie wir immer wieder hören können”.

Um dem „absehbaren Konfliktpotenzial” im Vorfeld zu begegnen, schlagen die Anwohner nun vor, das alte FH-Gelände zum Teil für die neuen Studentenwohnheime zu nutzen. So könnten diese zum Beispiel auf der Seite zur Haubordinstraße/Von-Schöfer-Ring entstehen. Als Alternativstandort schwebt den Unterzeichnern vor, das Gelände neben dem Gartenzentrum direkt gegenüber den FH-Gebäuden zu nutzen, wo „genügend Platz für Studentenwohnungen, Grillplatz und auch Sportanlagen” sei.

Sie ziehen noch eine dritte Möglichkeit in Betracht: die Grünanlage nordöstlich des Parkplatzes. Dieser „Park” werde von Angehörigen der FH überhaupt nicht genutzt, und für die Allgemeinheit sei er zu abgelegen. „Wir schlagen vor, die geplanten Wohnanlagen auf diesem quasi ungenutzten Gelände zu errichten, und den Park statt dessen im Bereich des Freiwalder Wegs anzulegen. Hier käme er der Allgemeinheit eher zugute”, schreiben die 40 Unterzeichner.

Ob sich der Planungsausschuss, wie von den Unterzeichnern gewünscht, am 14. März mit dieser Stellungnahme befassen wird, erscheint fraglich. Mittlerweile hat das Amt für Rats- und Rechtsangelegenheiten Rolf Skowronek mitgeteilt, dass die Zuständigkeit zur Änderung eines Bebauungsplanes beim Stadtrat liege.

Da die Unterzeichner allerdings in dem Schreiben an die Stadt eine Änderung der geplanten Gestaltung der Baufläche beantragt hätten, werde man laut Behörde „den Antrag zuständigkeitshalber an das Studentenwerk Aachen weiterleiten”. Das bringt die Anwohner, vertreten durch Rolf Skowronek, auf die Palme.

„Wir wollen keine Änderung der geplanten Baufläche, wir wollen, dass diese beiden Bauten an anderer Stelle errichtet werden - nicht am Freiwalder Weg. Mit so einer Antwort geben wir uns natürlich nicht zufrieden”, sagt der Sprecher.
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