Jülich - Kommt der gute alte Straßenfeger in der Innenstadt zurück?

Kommt der gute alte Straßenfeger in der Innenstadt zurück?

Von: Volker Uerlings
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Der Blick durch ein leerstehendes Eck-Ladenlokal in Jülich, in dem es auch im Obergeschoss noch freie Kapazitäten gibt. Foto: Uerlings

Jülich. Da staunte Frank Rutte-Merkel nicht schlecht: Der „Runde Tisch” zum Thema Innenstadt mit erwünschter Öffentlichkeit verfehlte die erhoffte Wirkung nicht. Der Große Sitzungssaal des Neuen Rathauses war voll. „Ich bin sprachlos”, würdigte der Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft das große Interesse.

Zur Sprache kamen am Mittwochabend in knapp zwei Stunden Jülicher „Dauerbrenner”: Wildes Parken, zu kleinliche Verfolgung von Parksündern, Verschmutzung, Vandalismus. Wenn die Anregungen Wirklichkeit werden, dann könnten in Jülich zukünftig „gute alte Straßenfeger” ein Comeback erleben und mittelfristig „Innenstadt-Sheriffs” ihre Runden ziehen.

Dabei kreiste die „Runde im Rechteck” immer wieder um einen zentralen Vorwurf an Politik und Verwaltung: Es wird zu viel gesagt und zu wenig getan - seit Jahren. Mehrfach musste der um Sachlichkeit bemühte Moderator Rutte-Merkel als Vertreter der Stadt diese Kritik einstecken.

Hans Pinell, Leiter des Ordnungsamtes, hatte phasenweise ebenfalls einen schweren Stand. Die Geschäftsleute klagten über rücksichtslose Parker, die vor allem samstags den Zugang zu den Läden erschwerten oder unmöglich machten. Andererseits stünden die Politessen „Gewehr bei Fuß”, um bei abgelaufenen Parkscheinen sofort Knöllchen zu schreiben. Pinells Hilferuf „Das widerspricht sich doch” verhallte ungehört.

Ein berechtigter Widerspruch des Amtsleiters verblüffte viele im Rund. Eine Teilnehmerin hatte ein Parkleitsystem für die Stadt angeregt, um die Blechlawinen zielgenauer zu führen. Pinell: „Das gibt es. Sie finden in der Stadt überall Piktogramme, die auf die Parkflächen hinweisen.” Die überraschte Rednerin: „Dann sind die so klein, dass man sie nicht sieht.”

Nicht ganz unwahrscheinlich scheint die Rückkehr einer Straßenreinigungskraft, die mit Besen und Schaufel die vielen kleinen Ecken vom Schmutz befreit. Sie könnte - so ein Bewohner der Kleinen Rurstraße - auch die neuralgischen Bereiche des Innenstadtpflasters sanfter reinigen, zumal die großen Kehrmaschinen den Schotter aus den Fugen pusteten.

Das griff Peter Capellmann (CDU) auf: „Da können wir uns vielleicht schon bei den anstehenden Etatberatungen drüber unterhalten.” Allerdings dürften die Kosten natürlich in die Straßenreinigungsgebühren aller einfließen.
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