Kommission sieht Potenzial für Kirchberg

Von: ptj
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Besonderen Charme in Kirchberg haben die Auen an der Rur und renaturierten Inde. Foto: Jagodzinska

Kirchberg. Der südliche Stadtteil Jülichs hat viel Charme und Potenzial. Zu diesem Schluss kam die siebenköpfige Kreisbewertungskommission, die aus Anlass des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ mit einigen Kirchbergern eine Dorfbegehung unternahm.

Und das Potenzial ist das entscheidende Kriterium für die Jury. „Wir sind zum ersten Mal in Kirchberg und unglaublich neugierig“, betonte Jurorin Margarethe Lersch, bei der die Wettbewerbs-Fäden im Kreishaus zusammenlaufen.

Später informierte sie über die geänderten Wettbewerbskriterien „mehr in Richtung Konzeption, Leitbild und Ehrenamt ausgerichtet“. Ist das ein gutes Omen für den 1636-Seelen-Ort? Der 90-minütige Aufenthalt, in denen die Dorfbewohner nach den Wettbewerbsrichtlinien ihren Ort präsentieren dürfen, reichte nicht aus, um alle reizvollen Ecken Kirchbergs näher zu betrachten, soviel war klar.

Start der Begehung war der 2005 neugestaltete Dorfplatz mit seiner schmucken Marienkapelle nach italienischer Bauart, dem römischen Brunnen und Kollergängen (Mahlsteinen), die an die lange Tradition der Papierproduktion der Firma Eichhorn in Kirchberg erinnern. Zu bieten hat der attraktive Dorfplatz, der in einer Bürger-Kraftaktion nach dem Sturm herausgeputzt worden war, auch Spielgeräte für Kinder, eine Boulebahn und einen Findling mit der Aufschrift „1075 Jahre Kirchberg“. Nächste Station war das stattliche Backstein-Herrenhaus „Wymarshof“ in seinem idyllischen Ambiente, das Eigentümerin Susanne Weitz präsentierte.

Eine Ahnung von ihrem ehemaligen Glanz vermittelte die einstige Fabrikanten-Villa Buth in ihrem verlassenen Park. Die weitere Dorfbereisung erfolgte im Kleinbus der Kommission. Ortsvorsteher Johann Hubert Ochsenbruch lotste die Busfahrerin vorbei an den alten verfallenen Wirtschaftsgebäuden der Fabrik Eichhorn: „Hier besteht Handlungsbedarf. Wir sind noch in der Diskussion“, kommentierte Ochsenbruch. Die Besuchergruppe warf einen Blick auf den großen Baggersee „Pelliniweiher“ mit eigenwilligem Charme, wo anscheinend Biber zugange waren.

Weiter ging es am Lohner Fließ entlang zur Sportmeile mit Angelsportlerheim, Tennisclub mit fünf Plätzen und der Sportanlage des FC Germania 09. In beiden letzteren betonte der Ortsvorsteher die Vereinsarbeit in Eigenregie. „Sehr gut angenommen“ werde der zentrale Kinderspielplatz mit vielen Spielgeräten, ferner liege bereits die Baugenehmigung für den Neubau eines Schützenheimes einige hundert Meter weiter vor. Einen Blick aus den Fenstern des Busses warfen die Gäste im Vorbeifahren auf die Alte Schule, den Feuerwehrstandort und die Fabrikmauern von Gissler & Pass.

Eine Besichtigung verdiente die idyllische Stelle, wo Rur und renaturierte Inde zusammenfließen, der bepflanzte ehemalige Schutzwall und der Aussichtspunkt des Tagebaus. Zurück ging es vorbei am Kapellchen zum Heiligen Donatus und den zu erschließenden elf Bauflächen, vorbei am Schrickenhof mit denkmalgeschützter Kapelle, an Kirche und Kindergarten.

Obwohl vor allem die 922 erstmals urkundlich erwähnte Pfarrkirche St. Martinus einer näheren Betrachtung würdig gewesen wäre, machten hier die strikten Vorgaben einen Strich durch die Rechnung. Die von Ochsenbruch abschließend als „Schnelldurchlauf“ bezeichnete Rundreise war vor allem für den Ortsfremden ein lohnenswertes Unterfangen.

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