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Kommentiert: Scheitert Jülicher Kulturangebot an 2000 Euro?

Ein Kommentar von Volker Uerlings

Auch wenn das berühmte Kleinvieh ordentlich Mist in öffentlichen Haushalten erzeugt, ist das „Defizit“ der Jülicher Abo-Theaterreihe nahe an der Lächerlichkeits-Grenze. Oder schon darüber.

Eigentlich wäre das Abo-Theater sogar profitabel, wenn die Stadt nicht für dieses Kulturangebot Miete und Betriebskosten der eigenen Immobilie berechnen würde. Mit anderen Worten: Schon ein Erlass der Miete könnte dieses Angebot des „Mittelzentrums“ am Leben halten und wäre per Handstreich des Stadtrates möglich.

Folgt man dieser Miet-Logik, dann müssten doch künftig auch Bürgermeister, Dezernenten und städtische Beamte Gesprächsgebühren verlangen, wenn Externe mit ihnen über Themen plaudern wollen, die nicht zu den Pflichtaufgaben gehören?! Eine Minute Heinrich Stommel wäre aufgrund von Bürogröße und Vergütung natürlich viel teurer als 60 Sekunden Infotheke. Da käme schön was zusammen...

Kultur ist landauf landab fast immer defizitär. Es ist ein Erfolg, dass die Theaterreihe annähernd kostendeckend ist. Alle anderen Angebote des Kulturbüros Jülich sind übrigens profitabel oder schreiben eine schwarze Null.

Man muss sich Kultur leisten wollen – und natürlich können. Unter den momentanen Umständen steht ein Minus von 1500 bis 2000 Euro pro Jahr im Raum. Das soll der Jülicher Haushalt für das komplette bisherige Kulturangebot nicht hergeben? Lächerlich!

Der Fall läge anders, wenn die Abonnenten davonlaufen, weil ihnen das Angebot grundsätzlich nicht zusagt. Es scheint erwiesen, dass sie zunehmend die Spielstätte Stadthalle verschmähen, die immer unattraktiver wird.

Diese auch für Vereine wichtige Einrichtung unterliegt seit Jahren einer Mangelverwaltung. Höchste Zeit, das Thema grundlegend anzugehen. Sonst fahren wir wie die Dürener irgendwann an einer Ruine vorbei, die nur noch abgerissen werden kann.

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