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Kommentiert: In Ordnung, aber vielleicht nicht klug

Ein Kommentar von Volker Uerlings

Schwarz-Rot in Berlin, Schwarz-Rot in Jülich. Und ein Fingerschnippen von Hannelore Kraft dürfte reichen, um auch in Düsseldorf eine große Koalition binnen weniger Stunden auf die Beine zu stellen. Die Landesmutter will das nicht, bevor sich Rot-Grün-Fans nun sorgen.

Aber es bezweifelt doch wohl niemand, dass die beiden „Volksparteien“ nahezu immer und überall miteinander paktieren, wo sie es für sinnvoll und interessant halten. Und dennoch tun sich einige Christdemokraten in Jülich damit schwer, dass der gemeinsame Bürgermeister-Kandidat der großen Koalition ein SPD-Parteibuch besitzt. Das soll der neuralgische Punkt sein?!

Es lassen sich sicher viele Fragen stellen zur Kompetenz, Erfahrung, zu Ideen, zum Auftreten von Kandidaten bei der Bürgermeisterwahl, aber die Parteizugehörigkeit (oder der Wohnort!) sind doch heute maximal kleine Mosaiksteine eines großen Ganzen. Der Chef im Rathaus muss einen Multi-Millionen-Haushalt und irrsinnig hohe Schulden bewältigen, eine 400-köpfige Verwaltung managen und die Verantwortung für alle 33.500 Menschen in der Stadt übernehmen, unabhängig von Geschlecht, Alter und: Parteizugehörigkeit!

Dennoch sprach vor allem in der Jülicher CDU ein (eher kleiner) Teil auch nach dem Mitgliedervotum pro Ullrich über kaum etwas anderes. In diesem Fahrwasser sah Michael Lingnau seine Chance, doch noch zu kandidieren. Er hat sie ergriffen. Das ist sein gutes Recht. Ob das politisch klug ist, steht auf einem anderen Blatt. Unterstellt: Er will a) einen „bürgerlichen“ Bürgermeister – oder wenigstens b) einen der etablierten Parteien, dann erhöht c) seine Kandidatur allein schon rechnerisch die Chancen der genau anderen Bewerber. Es sei denn, eben das ist gewollt.

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