Juelich - Kommentiert: Hohe Zäune sind nicht hilfreich

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Kommentiert: Hohe Zäune sind nicht hilfreich

Ein Kommentar von Volker Uerlings

Da könnte ja jeder kommen: Dem Linnicher Bürgermeister Wolfgang Witkopp wurde Anfang der Woche ebenso der Einlass in die Flüchtlings-Notunterkunft in seiner Stadt verwehrt wie einer gewählten Volksvertreterin aus dem Landtag.

Das Land übrigens ist bei den Anlaufstellen Herr des Verfahrens und zahlt die Zeche. Den gutwilligen Besuchern wurde mit auf den Weg gegeben, dass sie bitteschön eine Anmeldefrist von einer Woche einzuhalten hätten. Das ist ein starkes Stück, aber keine Überraschung.

Die Unterkunft wird von einem privaten Unternehmen gemanagt und betreut. Das geschieht im Auftrag der zuständigen Bezirksregierung. Welche ist das? Grundsätzlich die in Arnsberg, die wiederum auch die in Köln mit diesem und jenem beauftragen kann. Hinter dieser Dreier-Konstruktion findet jeder, wenn er will, wunderbar Deckung. Das gilt übrigens auch bei Nachfragen von Medien.

Die Unterbringung der Flüchtlinge ist eine wichtige akute Herausforderung – auch für die Beamten in allen damit befassten Ämtern. Sie sind nicht zu beneiden. Umso wichtiger wäre es doch, dass sich an der hohen Akzeptanz, die es in Linnich gab, nichts ändert. Jede Beschwerde verursacht noch mehr Ärger, Arbeit und Unzufriedenheit. Vor allem die großen Unterkünfte sind ebenfalls eine Herausforderung für die direkte Nachbarschaft. Da darf der „kurze Draht“ zu Verwaltung und Bürgermeister nicht gekappt werden. Es drängt sich aber der Eindruck auf, dass es in der Not-Unterkunft viel zu wenig Manpower gibt. Um den Missstand zu beseitigen, müsste er bekannt sein. Doch es dringt wenig nach draußen. Transparenz?

Es geht um ein gutes Miteinander. Das war in Linnich bislang die Regel. Eine Politik hoher Zäune und verschlossener Türen ist da nicht hilfreich. Sie ist falsch.

v.uerlings@zeitungsverlag-aachen.de

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