Kommentiert: Dreifachsieger und die „Familie“

Von: Volker Uerlings
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Juelich. Es ist keine zwei Jahre her, da hätten nicht viele Kenner des politischen Geschäfts auf eine weitere Landratskandidatur von Wolfgang Spelthahn höhere Summen gesetzt. Manche keinen Pfifferling, selbst aus den eigenen Reihen.

Damals waren in einem Untreueverfahren sämtliche Vorwürfe gegen Zahlung von 3500 Euro fallen gelassen worden. Spelthahn fühlte sich von Anfang an unschuldig, ist es de jure auch, aber sah sich beschädigt – von politischen Gegnern, den Medien, aber vor allem auch von Leuten aus der „CDU-Familie“.

Der damals 50-Jährige machte sich rar – und Gedanken über seine Zukunft. Jetzt wurde er mit Glanz und Gloria und fast 96 Prozent wieder auf den Schild gehievt – auch von denen, die seinerzeit „beim besten Willen“ nicht verstehen konnten, „warum er sich das noch antut“.

Da wollten Einzelne den „Hahn“ vom Hof jagen. So läuft‘s Business. Die Partei kann und will es sich nicht leisten, auf einen Dreifach-Sieger zu verzichten. Der Kandidat selbst hat vor zwei Jahren zweifelsfrei einen Tiefpunkt in der Karriere erlebt, aber das ist nicht die Gesamtbilanz von 16 Jahren. Und er weiß die Möglichkeiten des Amts durchaus zu schätzen.

Die Krise hat Spelthahn verändert. Er ist etwas stiller, nicht mehr so forsch, schaut genauer hin – auch bei Parteifreunden. Seit Wochen sieht man ihn oft mit dem Dürener Bürgermeister Paul Larue, beide betonen ihre Gemeinsamkeiten. Natürlich ist das Wahlkampf, aber nicht nur.

Spelthahns Verhältnis zur Jülicher CDU ist merkwürdig. Eine Regierungspartei in der Herzogstadt und ein Jülicher Parteifreund an der Kreisspitze sind – aus Sicht von Politikern! – eine ideale Kombination. Diese Achse aber dreht sich seit Jahren unrund.

Vielleicht ändert sich das, wenn das Kreishaus Jülich in Gänze eröffnet ist. Denn das ist seit der „Erfindung“ der Rurtalbahn durch Adi Retz (SPD) die beste Idee eines Landrates aus Jülich für den gesamten Nordkreis.

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