Kommende Siersdorf: Das Ziel ist eine begehbare Ruine

Von: Adi Zantis
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Hoch oben auf der Aussichtsterrasse der Siersdorfer Kommende: der Dürener Grünen-Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer (Mitte) mit den Fördervereinsvorständen Franz-Horst Besse (l.) und Vorsitzender Guido von Büren (r.). Foto: Zantis
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Tief unten im Gewölbekeller der Siersdorfer Kommende: der Dürener SPD-Bundestagsabgeordnete Dietmar Nietan (2. v. r.) mit den Fördervereinsmitgliedern (v. l.) Karl Zillessen, Vorsitzender Guido von Büren und Franz-Horst Besse. Foto: Zantis

Siersdorf. Die Sanierungsarbeiten an der Siersdorfer Kommende und das damit verbundene Ziel einer Bestandssicherung der Ordensburg rücken immer mehr in den Blickpunkt des öffentlichen Interesses.

Regelmäßig sind es auch Informationsbesuche von maßgeblichen Politikern aus der Region, die sich an Ort und Stelle über die fortschreitenden Arbeiten am Renaissance-Komplex informieren wollen. Nach Staatssekretär Thomas Rachel (CDU) hatten sich nun auch die kreisdürener Bundestagabgeordneten Dietmar Nietan (SPD) und Oliver Krischer (Bündnisgrüne) an zwei Tagen zur Stippvisite an der Kommende eingefunden.

Bei den Besuchen von interessierten Persönlichkeiten aus Politik und Geschichtsvereinigungen ist es für den Vorsitzenden Guido von Büren vom Förderverein „Kommende Siersdorf“ zur liebgewordenen Gewohnheit geworden, wenn er mit großem Sachverstand die geschichtsträchtige Bedeutung der Ordensburg darstellen kann.

Auch die Abgeordneten Nietan und Krischer erfuhren bei ihren Besuchen im Gebäude der Kommende eine Fülle von Informationen aus der Geschichte des Deutschen Ordens sowie im Speziellen aus der Entwicklung mit der seit 2012 begonnenen Denkmalssicherung des Komplexes durch den Förderverein.

Wiederaufbau nicht das Ziel

„Als die zukünftige Trägerschaft der Ordenskommende aus dem 16. Jahrhundert angesprochen wurde“, so Vorsitzender von Büren, „haben wir unseren Hut in den Ring geworfen! Mit breit gestreuten Förderanträgen hatten wir uns von Anfang an vorgenommen, das Projekt durchzuziehen! Unser Ziel ist nicht ein Wiederaufbau“, so von Büren, „sondern eine gründliche Bestandssicherung.“ Dabei ist nach seiner Einschätzung „besonders die umfangreiche Initiative zu würdigen, mit der insgesamt 20 freiwillige Helfer den Förderverein in seinen Bemühungen um eine erforderliche Eigenleistung unterstützen!“

Als „zielgerichtete Vision“ sieht der Vorsitzende das Jahr 2019, wenn mit dem 800-jährigen Bestehen des Deutschen Ordens in Siersdorf hoffentlich auch eine begehbare Ruine und ein Dokumentationszentrum „Deutscher Orden“ verwirklicht werden kann.

Beim Rundgang durch den Gebäudekomplex überzeugten sich die beiden Abgeordneten des Bundestages auch von den Leistungen des Helferkreises in Bezug auf die umfangreichen Entrümpelungsarbeiten. Nach Worten von Bürens sind besonders in den weitläufigen Kellerräumen „eine erlebbare Raumstruktur mit imposanten Stützbögen, eine unter dem Keller 14 Meter tief reichende Brunnenanlage und beigemauerte 80 Zentimeter dicke Mauern entstanden“. Hinzu komme noch die in guter Substanz erhaltene Urfassungs-Konstruktion einer Küchenanlage mit Backofen als Original-Konstruktion aus dem 16. Jahrhundert.

„Bedeutungsvoller Fixpunkt“

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Dietmar Nietan sprach angesichts der Leistungen des Fördervereins von „einem wichtigen Einsatz“ und sieht die Kommende „als einen bedeutungsvollen Fixpunkt für die Geschichte in der Region“. „Diese historische Stätte als Original aus der Vergangenheit erlebbar zu machen kann auch für die jüngere Generation als anschaulicher Lernort bedeutsam sein“, sagte Nietan.

Für den Grünen-Abgeordneten Oliver Krischer „ist das Bemühen des Fördervereins als ein geradezu tolles Engagement“ zu sehen. „Wir sollten uns als Abgeordnete der Region anlässlich dieser großartigen Leistungen daher besonders für finanzielle Unterstützungen einsetzen, denn gerade bis zum Jubiläum 2019 sind noch weitere Zuschüsse notwendig.“

Krischer würdigte den „historischen Wert der Ordensburg als überregional bedeutsam“ und zeigte sich beeindruckt davon, „wie das Gebäude der Kommende die Jahrhunderte überstanden hat“. Schon jetzt sieht der Bundespolitiker „in der bedeutsamen Eigenart des Komplexes ein Anschauungsobjekt von geradezu historischer Bedeutung“. Auch für Krischer „lohnt es sich unbedingt, wenn vom Bund, von der Landesregierung und den zuständigen Ämtern der Denkmalpflege weitere Förderungen gewährt werden“.

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