Jülich - Kolpingstraße feierlich eingeweiht

Kolpingstraße feierlich eingeweiht

Von: ul
Letzte Aktualisierung:
kolping_bu
Im Neubaugebiet Lindenallee wurde die Kolpingstraße eingeweiht, die an den Sozialreformer Adolph Kolping erinnert. Foto: Lottner

Jülich. Ein strahlend blauer Himmel sorgte für einen festlichen Rahmen, als die Kolpingstraße in Jülich eingeweiht wurde. Stellvertretender Bürgermeister Martin Marquardt, Pfarrer Dr. Peter Jöcken, Propst Heinrich Bongard, Mitglieder der Kolpingsfamilie Jülich und Kerpen und Anwohner hatten sich im Neubaugebiet Lindenallee eingefunden, um das Ereignis feierlich zu begehen.

Der Namenspatron der Straße, Adolph Kolping, wurde 1813 in Kerpen geboren und erlernte das Schuhmacherhandwerk. Sieben Jahre lang ging er als Geselle seinem Beruf nach, unter anderem in Sindorf, Düren und Köln. Sein Wissensdrang ließ ihn das Abitur nachholen, um anschließend zu studieren.

Im Jahr 1845 wurde Kolping in der Kölner Minoritenkirche zum Priester geweiht. Zunächst war er als Kaplan und Religionslehrer in Wuppertal-Elberfeld tätig. Im Zuge der Industrialisierung standen viele Handwerksgesellen auf der Straße: Sie waren gezwungen umherzuziehen und eine Arbeit zu suchen, da die Maschinen das Handwerk verdrängt hatten.

Menschenunwürdige Lebensbedingungen und Ausbeutung waren die Folge, hinzu kamen Gefühle der Hoffnungslosigkeit und Apathie. In Elberfeld lernte Kolping den ersten Gesellenverein kennen, zu dessen Präses er gewählt wurde. Dort fanden die Menschen wieder ein zu Hause: Neben Unterstützung und Bildung wurde ihnen ein gemeinschaftlicher Zusammenhalt gegeben. 1849 kehrte Kolping als Domvikar nach Köln zurück, wo er den Kölner Gesellenverein gründete.

Über die Grenzen Kölns hinaus entstanden bald in anderen Städten Gesellenvereine: Bis zum Tod Kolpings im Jahr 1865 waren esrund 418 Vereine. Der Zusammenschluss der Vereine zum „Katholischen Gesellenverein” im Jahr 1851 ist die Keimzelle des heutigen internationalen Kolpingwerkes. Im Herbst 1991 wurde Adolph Kolping von Papst Johannes Paul II. in Rom selig gesprochen.

„Adolph Kolping betete seine Arbeit”, fasste Pfarrer Dr. Peter Jöcken die Bedeutung Kolpings zusammen, als er die Straße einsegnete. Im Sinne des Namenspatrons soll die Straße den Bewohnern mit ihren Familien und Freunden ein zu Hause bieten, in dem Werte wie Nächstenliebe, Verantwortung und Gemeinschaft gelebt werden.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert