„Kofferaner Musikanten”: Die Jungen machen es den Alten nach

Von: hfs.
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Ninna Baumanns, Maik Moll, Günter Krichel, Franz Krieger und Carsten Bongartz: Als „Kofferaner Musikanten” halten sie die Tradition im Musikantendorf aufrecht, spielen deshalb auch beim Gründungsfest. Foto: hfs.

Kofferen. „Met Papp als Liehrer, nee, datt jing net.” Heute, mit 56 Jahren, kann Günter Krichel über das Zurückliegende lachen. Damals, mit zehn Jahren, aber nicht. Denn da versuchte Vater Leo Krichel dem Filius das Trompetenspiel beizubringen. Schließlich sollte musikalischer Nachwuchs die „Kofferaner Musikanten” am Leben halten.

Leo Krichel starb vor wenigen Monaten im Alter von 96 Jahren als letzter der alten Musikanten-Generation. Die lebt jedoch weiter in dem kleinem 450-Seelen-Ort, im Rheinland bekannt als Musikantendorf. „Ich habe damals die Trompete in die Ecke geworfen, mit meinem Vater konnte ich einfach nicht üben, er war ein strenger Musiker.”

Im Gartenhaus von Günter Krichel ertönt Kirchenmusik. „Großer Gott wir loben dich” erschallt das ökumenische deutsche Kirchenlied, das 1771 von Ignaz Franz komponiert wurde. Zu diesem Zeitpunkt spielten auch „drei musikalische Spielleuth von Welz zu Ehren der heiligen Margaretha in Kofferen die Meeß nach musikalischen Noten”. Die ließen sich später in Koffern nieder, erzählt die Chronik. „Dies scheinen die Anfänge der Kofferaner Musiker gewesen zu sein”, meint Krichel, der aus einer sehr bekannt geworden Musiker-Familie stammt.

„Ich habe meinen Einsatz verpasst, nochmals von vorne.” Im Gartenhaus erklingen Blechblasinstrumente, denn zu denjenigen, die das Kofferaner Musikantentum weiter pflegt, gehört auch Franz Krieger. Der 63-Jährige durfte bereits in jungen Jahren nach Erkelenz, erhielt dort professionellen Musikunterricht. „Dies wollte mein Vater so”, sagt Krieger über den im Jahre 1987 Verstorbenen, ebenfalls Berufsmusiker.

Bekannt geworden sind die Alten durch ihre Straßenmusik, und einmal im Jahr strömten bis zu 30 Musiker aus dem Dorf in Richtung Köln, wirkten mit beim Rosenmontagszug. Dann war Kofferen wie ausgestorben. Was am letzten Wochenende im August sicherlich nicht der Fall sein wird.

Dann werden hunderte Besucher nach Kofferen strömen, ebenso rund 20 Musikkapellen, Trommler-und Pfeifercorps, Musikvereine und Kapellen. Denn das heimische Trommler-und Pfeifercorps feiert sein 40-jähriges Bestehen. „Wir spielen dann im Gottesdienst”, sagt Franz Krieger, dafür üben noch Nina Baumanns, Maik Moll und Carsten Bongartz, die als jüngere Hobbymusiker die „Kofferaner Musikanten”-Kapelle vervollständigen.

Nicht weit vom Gartenhaus entfernt tagt der Vorstand des Trommler-und Pfeifercorps samt Festausschuss. Mehr als zwei Jahre lang wurde das kommende 40. Gründungsfest vorbereitet. Jedes Jahr feiern sei ein kleines Fest, aber seit dem 25-jährigen im Jahre 1995 wird alle fünf Jahre ein großes gefeiert.
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