Königshäuschen: Wenn der 40-Tonner rollt, wackelt der Schreibtisch

Von: Guido Jansen
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Gleich macht es „D dmmm“: Die alte Schienentrasse über die B 56 bei Königshäuschen ist nur eines der Probleme an dieser Stelle. Foto: Guido Jansen
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Jülich. „D dmmm“. So klingt es, wenn ein Auto über die Gleise fährt, die bei Königshäuschen quer über die Bundesstraße 56 verlaufen. 21.260 Mal am Tag. Straßen NRW hat das Verkehrsaufkommen gezählt auf der B56, die Aldenhoven und die Autobahnauffahrt Jülich West auf der einen und die Jülicher Innenstadt auf der anderen Seite miteinander verbindet.

„Wenn da ein 40-Tonner mit 80 Sachen angeflogen kommt, dann wackelt oben im Haus der Schreibtisch“, sagt Jörg Schlader, Logistik-Händler und Besitzer des großen Grundstücks an Königshäuschen. „Pammm, pammm, pammm“ klingt das dumpfe, druckvolle Geräusch dann bei einem Dreiachser.

Die Kreuzung an Königshäuschen ist das am meisten diskutierte Jülicher Straßen-Pflaster. In der Polizei-Statistik taucht sie als Unfallschwerpunkt auf. „Wenn es kracht, dann kommt auch gleich der Rettungshubschrauber“, hat Schlader beobachtet. Dafür hat der Anwohner mehrere Gründe ausgemacht. Der schwerwiegendste ist die zu hohe Geschwindigkeit. Wer eine halbe Stunde an Königshäuschen steht, der gewinnt schnell den Eindruck, dass die meisten Fahrer in beiden Richtungen das Schild mit dem roten Kreis und der 50 in der Mitte als Aufforderung verstehen, schneller als 50 zu fahren.

So käme es zu den folgeschweren Kollisionen mit den Abbiegern aus Richtung Koslar. „Wer von Koslar in Richtung Jülich abbiegt, der muss im Berg anfahren und berechnet dabei nicht, dass das Einbiegen deswegen länger dauern kann und unterschätzt zudem die zu hohe Geschwindigkeit der anderen“, beschreibt Schlader einen häufigen Grund für die Zusammenstöße. „Ich kann einfach nicht verstehen, warum hier keine Blitze installiert wird. Ich kann mich nicht mal daran erinnern, dass es hier je Kontrollen gab“, sagt der 37-Jährige.

Die Ampeln, die Straßen NRW, die Polizei und die Stadt Jülich installieren wollen, würde das Problem aus Schladers Sicht beheben, aber ein neues aufwerfen, nämlich einen massiven Rückstau in Richtung Jülich. „Die beste Lösung ist ein Kreisverkehr“, sagt Schlader. Der Verkehr würde fließen, das zu schnelle Durchfahren der Stelle wäre aber nicht mehr möglich. Das würde auch das Queren der B56 für Radfahrer und Fußgänger vereinfachen. Im Feierabendverkehr dauert das gerne Minuten, so wie beim Selbsttest am Mittwoch.

Der zweite Punkt, den Schlader nicht nachvollziehen kann, ist, dass die Schienen, die durch den Asphalt laufen, nicht entfernt werden. Sie gehören der Rurtalbahn, werden aber schon lange nicht mehr genutzt. Längst ist die Schiene zugewachsen, teils mit Bäumen. In Richtung Bourheim sind sie entfernt worden, in Koslar sind sie dem Parkplatz des Netto-Marktes gewichen. „Aber weil die Schiene noch genutzt werden könnte, bleibt sie hier“, sagt der Anwohner. Seinen Informationen nach sind die Schienen zum Abbau freigegeben. Der Kosten halber würden sie aber trotzdem liegen bleiben.

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