Kölsches Lebensgefühl in R(h)einkultur

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Jülich. Ein Konzert von Gerd Köster und Frank Hocker gibt es am Freitag, 30. Oktober, ab 20 Uhr im Jülicher Kulturbahnhof. „Sach hürens“, das verflixte siebte Bühnenprogramm von Gerd Köster und Frank Hocker heißt „Kumm jangk“.

„Ja, nä... aber was soll das denn heißen?“ „Kumm jangk“ ist pure kölsche Dialektik: Ruhige und unruhige Lieder über Verlieben und Verlassen, jung Bleiben und alt Aussehen, Gut und Böse, Licht und Schatten, Himmel un Ääd, Blootwoosch met Tofugeschmack, Hätz un joot, „Mer kennt sich un mer hilf sich trotzdem“, Besinnliches und Belachbares, Vernageltes und Behämmertes, Yin und Yang, eben Köster & Hocker. Und natürlich der fantastische Friese Helmut Krumminga.

Es ist vor allem die Vielseitigkeit, die das Duo Köster und Hocker seit jeher auszeichnet. Hier treffen Melancholie auf Lebensfreude, Tiefgang auf Verzällcher, Kritik auf Krätzchen. Je nach Lust und Laune kredenzt mit nachdenklichem Folk, herzergreifendem Blues und rotzigem Rock’n‘Roll. Köster und Hocker lassen sich nicht in eine Schublade stecken, den so viel Lebenserfahrung, Neugier und Spielfreude hat nicht mal Platz in einem ganzen Schrank.

Blues im Blut

Begleitet vom virtuosen Gitarrenspiel von Frank Hocker und Helmut Krumminga, darf das Publikum bei „Kumm jangk“ erneut Zeuge davon werden, dass Köster nicht nur den Blues im Blut hat, sondern auch ein begnadeter Geschichtenerzähler ist.

Angetrieben von einer großen Portion Lebensfreude, macht sich der kölsche Milleu-Poet daran, immer wieder neue Dinge zu entdecken, Missstände anzuprangern, sich unter die Menschen zu mischen und deren Geschichten zu lauschen.

Seit jeher steht Köster auf der Seite des kleinen Mannes, der hinfällt, aber immer wieder aufsteht, mit einem weinenden, aber auch lachenden Auge sein Leben meistert, wobei das Glas aber immer eher voll als leer ist. So kölsch wie dieses Lebensgefühl ist auch Kösters Sprache, der er bis heute treu geblieben ist, weil nur sie das ausdrücken kann, was ihm auf der Seele brennt.

Was Köster und Hocker für die (kölsche) Kultur getan haben, ist unvergleichlich oder wie es der große rheinische Kabarettist Konrad Beikircher ausdrückte: „Wenn man etwa als Auswärtiger die Kölner verstehen möchte, gibt es für mich nur eine Antwort: Köster und Hocker. Für mich ist Gerd Köster der meistverkannte Chansonier deutscher Zunge. Er ist grandios. Und muss man sterben, um als grandios erkannt zu werden? Ist doch schöner, wenn die Leute kommen und applaudieren.“

Applaus haben sie ohnehinverdient, denn in diesem Jahr feiern Köster und Hocker mit „Kumm jangk“ 35 Jahre Bandjubiläum.

Einlass zu dem Konzert im KuBa ist ab 19 Uhr, Karten kosten im Vorverkauf 18 Euro zuzüglich Gebühr, Abendkasse 22 Euro. Vorverkauf bei Buchhandlung Fischer und online unter www.kuba-juelich.de.

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