Kleinkinder und Senioren in Jülich bauen eine Brücke

Von: ptj
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Treffen ermöglicht „Glücksmomente“: Kita-Kinder der „Wilden 13“ und Senioren aus der „Wohnanlage für Senioren und Behinderte an der Zitadelle“ freuen sich bereits lange im Vorfeld auf die gemeinsame Stunde im Monat. Foto: Jagodzinska

Jülich. Es scheint Liebe auf den ersten Blick zu sein zwischen einigen der neun Paare. Sie bestehen jeweils aus einem vier- bis fünfjährigen Kind aus der städtischen Kita „Wilde 13“ Selgersdorf und einer Seniorin oder einem Senior aus der „Wohnanlage für Senioren und Behinderte an der Zitadelle“.

Im Rahmen des fundierten und praxisbewährten Projektes „Generationsbrücke Deutschland“ treffen sie sich als feste Paare an jedem zweiten Montag im Monat für eine Stunde in der Wohnanlage. In gemeinsamem Gesang, Bewegung und einer Basteleinheit erfahren sie gegenseitige Wertschätzung, Verbundenheit und Freude.

Bereits zu Beginn sitzen die meisten Kinder auf den Schößen ihrer Seniorenpartner, die ihnen gelegentlich zärtlich übers Haar streichen. „Große und Kleine, Alte und Junge, Gesunde und Kranke sind füreinander da, sie gehen alle Hand in Hand“, bringen sie unter anderem ihre ganz reale Erfahrung musikalisch zum Ausdruck.

Maiherzen basteln

Auf Gesang folgt Bewegung. Zunächst mit Luftballons, die die im Kreis stehenden Kinder ihren jeweils sitzenden Seniorenpartnern zuwerfen. Auf Anregung von Heiko Materne aus der Einrichtung entwickelt sich das einfache Hin- und Herwerfen mit Hilfe von Pappdeckeln zu einer Art Federballspiel, bei dem Jung und Alt begeistert bei der Sache sind.

Nach dem nächsten gemeinsamen Gesang ist wieder eine Aktion an der Reihe, diesmal bewusst ruhiger gehalten. Die Paare nehmen an den Tischen Platz und basteln mit Hilfe des vorbereiteten Materials Maiherzen füreinander. Weil die ungleichen Paare sich aneinander orientierten, sind im Nachhinein die Zeichnungen oder Bastelarbeiten sofort zuzuordnen, auch wenn sie räumlich weit voneinander entfernt liegen, weiß Heimleiterin Elisabeth Esser. Neben den bereits Genannten begleiten Claudia Müller und Maria Santos die Stunde.

Feste Struktur

Die monatlichen Treffen haben eine feste Struktur, die immer nur leicht abgewandelt wird. Diesmal sind auch Projektkoordinatorin Anne-Christine Hochgürtel, die städtische Dezernentin Katarina Eser, „Wilde 13“-Leiterin Michaela Langen und zwei Erzieherinnen dabei. Auf Initiative der Kita-Leiterin kam die Beteiligung am Projekt zustande. „Ganz viele Eltern freuen sich, wenn ihr Kind vier Jahre ist und teilnehmen kann“, betonte sie die positive Resonanz.

Bevor das Kooperationsprojekt an den Start ging, stand eine Tagesfortbildung zum strukturierten Ablauf auf dem Plan. Dabei wurden alle Eventualitäten thematisiert, unter anderem auch der Tod des Seniorenpartners. Wie überbringt man dem Partnerkind die Todesnachricht, wie stellt man es vor die Wahl, ob es mit einem neuen Partner weitermachen oder aussteigen will?

Das Projektkonzept ist bereits fest verankert und in der bestehenden Zusammensetzung auf ein Jahr angelegt. „Die Jahresplanung ist eine ganz große Herausforderung“, unterstrich Hochgürtel. Wichtig ist laut Langen auch die „Vorbereitungsarbeit am Vortag“, die diesmal jedoch wegen Pfingstmontag ausfallen musste. Das monatliche Treffen lassen die Kooperationspartner allerdings auf keinen Fall ausfallen. „Da warten Menschen aufeinander“, begründete Langen ihren Entschluss.

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