„Kleine Nacht der Wissenschaft“ : FZJ steht im Zentrum

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Das Green ICE-Kühlsystem: Die elektronischen Baugruppen befinden sich in einer speziellen High-Tech-Flüssigkeit, die schon bei moderaten Temperaturen verdampft. Foto: Forschungszentrum

Jülich. Die „Kleine Nacht der Wissenschaft“ im Kulturbahnhof Jülich behandelt am Freitag, 2. September, ab 18 Uhr ein besonderes Thema mit vielen Facetten: Das Forschungszentrum Jülich (FZJ) feiert seinen 60. Geburtstag und blickt auf eine bewegte Geschichte. Und um genau die geht es bei der Talkveranstaltung mit interessanten Interviewpartnern aus dem FZJ – bei freiem Eintritt.

Erster Gesprächspartner von Moderator Volker Uerlings ist der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Karsten Beneke. Er wird zurückblicken auf die Gründerzeit der „KFA“, als nicht nur in Deutschland eine regelrechte Atomeuphorie herrschte. Natürlich geht er dabei auch auf den großen Störfall im AVR-Versuchsreaktor im Jahr 1978 ein, der wie einige weitere von einer Expertengruppe untersucht worden ist.

Mit der Abkehr von der Nuklearforschung stellte sich die Jülicher Einrichtung inhaltlich sehr breit auf und hat inzwischen in einem Strategieprozess die Themenfelder Energie, Umwelt, Informationstechnologie und Neurowissenschaften als zentrale Aufgabenbereiche definiert. Was das bedeutet, wird Karsten Beneke im Interview darlegen.

Professor Bernd Rusinek leitet seit 2007 das Vorstandsarchiv und lehrt Geschichte in Düsseldorf. Er gilt als das „Gedächtnis des Forschungszentrums“. Aus Sicht von Rusinek ist die Entwicklung des FZJ keineswegs gradlinig, sondern vielfach verzweigt verlaufen. Die großen Weichenstellungen und Ereignisse im Jülicher Zentrum sind ihm natürlich ebenso geläufig wie die vielen kleinen Episoden, die er in einem neuen Blog anschaulich erzählt.

Eine Sternstunde für die Jülicher Forschung war selbstredend 2007 der Physik-Nobelpreis für Peter Grünberg. Ohne seine Entdeckung des GMR-Effekts wäre nicht nur das Jülicher Supercomputing undenkbar, das eine neue Architektur erhalten wird. Dr. Estela Suarez wird das bei der „Kleinen Nacht der Wissenschaft“ genau erklären, denn die gebürtige Spanierin koordiniert vom Jülich Supercomputing Centre aus, wie 50 Spezialisten in ganz Europa eine neue Generation von Superrechnern aufbauen.

Ein Paradebeispiel für Lebenswissenschaften, die am FZ in Jülich seit Jahrzehnten erforscht werden, liefert am Freitag, 2. September, im Kulturbahnhof Professor Frank Müller. Er arbeitet daran, das verschlungene Netzwerk der Nervenzellen im Auge zu entschlüsseln, um Sehhilfen für Blinde zu verbessern.

Müller sagt über seine Arbeit: „Bereits in der Netzhaut des Auges – der Retina – findet eine umfangreiche Informationsverarbeitung statt. Die Netzhaut ist kein biologischer Kamerachip, sondern ein Teil des Gehirns.“ Die Entschlüsselung des Netzwerkes ist seine „Mission“.

Zu den insgesamt drei Gesprächsrunden werden historische Filmsequenzen und Fotos gezeigt. Publikumsfragen sind möglich. Die „Kleine Nacht der Wissenschaft“ ist eine Veranstaltung des Forschungszentrums Jülich in Kooperation mit Jülicher Zeitung/Jülicher Nachrichten.

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