Jülich - „Kleine Hände“ Jülich sind eine Erfolgsstory

„Kleine Hände“ Jülich sind eine Erfolgsstory

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Jülich. „Die „Kleinen Hände“ sind eine Erfolgsstory – daran kann kein Zweifel bestehen“, mit diesen Worten eröffnete Vereinsvorsitzende Dorothée Schenk selbstbewusst die Jahreshauptversammlung.

Der 125 Mitglieder starke Verein bietet nicht nur eine Kleiderkammer, in der monatlich rund 150 Kinder und Jugendliche Passendes zum Anziehen, Lesen und Spielen finden.

Ein Ziel des Vorstandes ist es, Perspektiven zu schaffen. Dass das gelingt, dafür konnte die Vorsitzende spontan Beispiele nennen: „Wir haben Klassenbeste unter unseren Kindern, einen Studienanfänger, den wir zum Abitur begleitet haben, einen Gesamtschüler, der die Qualifizierung zum Abitur geschafft hat, eine Hauptschülerin, die auf dem Weg zum Fachabitur ist…“

Um rund 25 Prozent ist die Zahl der Kinder gestiegen, denen der Verein den Elternanteil des Mittagessens bezahlt. Der Grund: „Die Kinder erhalten nicht nur Nahrung, sondern lernen Strukturen und üben Gemeinschaft ein.“ Einen Beitrag zur gelungenen Inte­gration nannte Dr. Peter Nieveler als Kassenprüfer die Arbeit.

Neben Sachleistungen bieten die „Kleinen Händen“ auch in akuten Notsituationen unbürokratische Hilfe. 200 Kinder fanden in diesem Jahr finanzielle Unterstützung, die etwa ohne Zuschuss an Fahrten ihrer Sportmannschaften nicht hätten teilnehmen können, für die die Anschaffung von Taschenrechner und Lektüre ein Problem gewesen wäre oder Talentförderung in Tanz und Gesang nicht erfahren hätten. Ebenso wären 45 Familien in finanzielle Schieflage geraten im Krankheits- oder Trennungsfall aufgrund unerwartet hoher Stromnachzahlungen oder irreparablem Herd.

Nah an den Menschen ist das Team der 17 ehrenamtlichen Frauen und erlebt von der Freude um den Nachwuchs bis zur Trauer beim Tod eines Kindes alle Höhen und Tiefen mit. Hier als Laien bei aller Anteilnahme die notwendige Abgrenzung zu erhalten, dazu hatte sich der Verein Anfang des Jahres einen Coach eingeladen. Roman Schlag erarbeitete mit den Frauen Lösungsansätze.

Dankbar zeigte sich Dorothée Schenk für das seit Jahren wachsende Spendenaufkommen. „Wir sind froh, dass uns die Jülicher vertrauen“ und das gelte für Geldspenden ebenso wie für die Sachspenden. Denn gerade mit dem Zuzug der Flüchtlinge hat die Nachfrage stark zugenommen, und hier wird auf kleinem Dienstweg auch außer der Reihe für die Ausstattung von Kindern gesorgt, denen es bei der Ankunft am Nötigsten fehlt. Ein Anruf vom Sozialamt genügt.

Angesichts der neuen Erstaufnahmeeinrichtung auf der Merscher Höhe haben die „Kleinen Hände“ einen zweiten Lagerraum geschaffen, um die karton- und säckeweise gespendeten Kleidung und Spielwaren unterzubringen.

„Ich werde nicht müde zu sagen, dass der Verein Kleine Hände besteht, weil es ein gesellschaftlich-politisches Versagen gibt, das es nicht allen Kindern ermöglicht, Anteil am öffentlichen Leben zu nehmen“, stellte Dorothée Schenk klar und ergänzte: „Und trotzdem: Ich bin ich froh und stolz auf das, was die Kleinen Hände leisten.“

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