Kita in Realschule: Dürfen Eltern von 95 Kindern hoffen?

Von: -vpu-
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Die Betreuung von 95 Jülicher Kindern ab August ist noch ungeklärt. Foto: Stock/Biky

Jülich. Gemessen an den Wortbeiträgen praktisch aller Fraktionen im Neuen Rathaus ist die in der Alten Realschule geplante neue Kindertagesstätte eigentlich glatt durchgefallen. Dennoch dürfen die Eltern von 95 Kindern, die in der Jülicher Innenstadt einen Betreuungsplatz für ihren Nachwuchs suchen, noch hoffen.

Trotz des Unmuts gab es im Ausschuss für Jugend, Familie, Integration, Schule und Sport am Montagabend auch leichte Signale, sich dem Problem nicht grundsätzlich zu verschließen. Denn die neue Kita kommt wie der Bedarf sehr plötzlich, sie ist teuer und befindet sich nach Ansicht etlicher Kommunalpolitiker vielleicht an der falschen Stelle.

Der Kreis Düren ist als Jugendhilfeträger an die Stadt Jülich heran getreten, weil noch 95 Mädchen und Jungen in der Herzogstadt ab dem Kindergartenjahr im Sommer unversorgt seien. Auch die Verwaltung war ob der in Düren erhobenen Zahlen überrascht, versuchte aber, schnell nach einer Lösung zu suchen. Die einzige städtische Immobilie, die in den Augen der Jülicher Fachämter in Betracht kommt, ist die alte Realschule Am Aachener Tor.

Nun gibt es genau zwei Probleme: Erstens müsste es von der Stadt in extrem kurzer Zeit (bis 15. März) eine verbindliche Absichtserklärung geben, eine solche Kindertagesstätte einzurichten. Zweitens steht dem eigentlich ein grundsätzlicher Ratsbeschluss entgegen, wonach das Realschulgebäude aufgegeben und verkauft werden soll. Der Stadtrat müsste diesen Beschluss also aufheben. Inhaltlich gibt es seit der Unterbringung der VHS „übergangsweise“ sowie dem geplanten Einzug von Stadtarchiv und Museumsbüros ohnehin schon eine neue Sachlage.

Dazu sind Sondersitzungen in nächster Zeit notwendig. Die Bereitschaft dazu erklärten immerhin alle Fraktionen, auch wenn der hohe zeitliche wie inhaltliche Druck eben Unmut erzeugte, den Marco Johnen für die CDU, Matthias Hoven für die Jül und Jürgen Laufs für die Grünen auch bekundeten. Eine neue Kita würde nämlich auch mit Zuschüssen gebaut, die 20 Jahre zweckgebunden sind. Bedeutet: An einer solchen Einrichtung ist zwei Jahrzehnte nicht zu rütteln, damit auch nicht an der Realschule.

Die Laune der Politiker besserte sich nicht, als die geschätzten Kosten des Projektes genannt wurden. Die dreigruppige Einrichtung für 50 Kinder – die weiteren könnten wohl anderenorts unterkommen – wären laut Architekt Reinhard Wind in der Realschule unterzubringen. Neu- und Anbauten für Sanitäreinrichtungen und andere Mehrzweckräume sind aber notwendig. Die kleinste Lösung kostet laut Wind 620.000 Euro, die größte und beste eine Million Euro. Zehn Prozent entfallen auf den Träger, also die Stadt, wobei vielleicht Gebäude und Grundstück eingebracht werden können. Nach Abzug von Zuschüssen bleibt die Restfinanzierung beim Kreis Düren. Viele Fragen sind nun in zwei Wochen zu beantworten und politisch zu beraten.

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