Kita-Essen in Aldenhoven ist frisch, gut und günstig

Von: Guido Jansen
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Köchin Andrea Baberski und Beiköchin Petra Sommer bereiten die Mahlzeiten in Aldenhoven täglich frisch zu. Foto: Guido Jansen
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Frühstück mit Gleitzeit: Der Tisch ist von 7.30 Uhr bis 10 Uhr gedeckt. Die Kinder können dann essen, wenn sie hungrig sind.

Aldenhoven. Mangelhaft. Das Urteil klingt ernüchternd. Anfang des Monats veröffentlichte die Bertelsmann-Stiftung eine Studie. Ergebnis: Das Essen in Kindertagesstätten ist mangelhaft. Nicht ausgewogen, zu viel Fleisch, zu wenig Obst und Gemüse.

Nach dem Veröffentlichen der Studie meldeten sich Vertreter der Kindergarten „Am Römerpark“ in Aldenhoven bei der Redaktion mit der Einladung: Kommen Sie vorbei und machen Sie sich ein Bild.

Gesagt, getan: Ein spontaner Besuch im Kindergarten. Träger der Einrichtung ist der Verein „Leben wie Zuhause“. „Genau das ist unser Ziel“, sagt Leiterin Ursula Dech. Das bedeutet, dass die Kinder auch so essen sollen wie zu Hause. Oder so, wie es idealerweise zu Hause sein sollte: frisch gekocht. Das Essen wird nicht geliefert, sondern jeden Tag frisch zubereitet. Dafür zuständig sind Köchin Andrea Baberski und Beiköchin Petra Sommer. Fünf Mal pro Woche machen sie ein Frühstück, ein warmes Mittagessen und einen Snack für die insgesamt 95 Kinder, die im Kindergarten und im Schulkinderhaus des Vereins ein- und ausgehen. Fleisch steht maximal zwei Mal pro Woche auf dem Speiseplan.

Es hat sich keiner beschwert

Eine der Kritikpunkte in der Studie: Für durchschnittlich 2,40 Euro pro Mahlzeit könnten Kinder nicht ernährt werden. Leiterin Ursula Dech sagt, dass das doch geht. 50 Euro pro Monat zahlen die Eltern der Kinder, die jeden Tag in der Einrichtung essen, für den Mittagstisch. 30 Euro zahlen die, deren Kinder acht Mal im Monat im Kindergarten essen. Bei 20 Wochentagen im Monat macht das 2,50 Euro pro Tag. Dazu kommen noch einmal zehn Euro für das Frühstück. „Davon bezahlen wir das Essen und den Lohn für unsere Köchinnen“, erklärt Ursula Dech und schiebt hinterher: „Die Finanzierung klappt.“ Sie klappt auch deswegen, weil die Zahlung pro Kind verpflichtend ist. Das wird den Eltern beim ersten Vorgespräch mitgeteilt. „Bisher hat sich darüber noch keiner beschwert.“

Ein komplett mit Essen verpflegtes Kind für maximal 60 Euro pro Monat erscheine den Eltern als gute Rechnung. „Viele Kinder wollen mittags auch gar nicht mehr nach Hause, weil ihnen das Essen hier Spaß macht“, sagt die Leiterin der Einrichtung. Fleisch wird beim Metzger im Ort gekauft, Obst beim Bauern.

Eine einfache Vollverpflegung gibt es „Am Römerpark“ nicht. Das liegt am zweiten Leitsatz, der in Aldenhoven nicht erst gilt, seit der Gesetzgeber den Kindergärten das Thema Partizipation auferlegt hat. „Hilf mir, es selbst zu tun.“ Die Kinder zwischen zwei und sechs Jahren sind mit verantwortlich für das Essen. Sie stehen zwar nicht in der Küche und kochen. Aber sie erstellen beispielsweise den Einkaufszettel mit.

Wenn zu wenig Milch im Kühlschrank ist, dann kommt Milch auf die Liste, wenn die Möhren knapp werden, dann eben Möhren. Die Kinder begleiten die Erzieher beim Einkaufen für Frühstück und Mittagessen. Und sie decken die Tische mit. „Das machen wir nicht nach dem Motto: Alles muss schnell getan sein. Für uns ist wichtig, dass wir alles zusammen machen“, berichtet Dech. So lernen die Kinder, einen Blick dafür zu entwickeln, was die Gemeinschaft alles braucht. Die Kindergartenleiterin: „Unser Konzept funktioniert, weil alle als Team denken. Die Kinder, die Eltern, die Erzieherinnen und der Trägerverein.“

Und es funktioniert, weil das Essen schmeckt. Sonst würden die Kinder in Aldenhoven wohl kaum so eifrig beim Decken des Mittagstischs mit anpassen. Von mangelhaft keine Spur.

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