Linnich-Aldenhoven - Kirchengemeinden wollen trotz Sparzwang handlungsfähig bleiben

Kirchengemeinden wollen trotz Sparzwang handlungsfähig bleiben

Von: Kr.
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Ein hartes Stück Arbeit liegt hinter dem KIM-Ausschuss. Von links Claudia Forst, Burkhard Dieckmann, Edgar Breuer, Justus Peters und Josef Schumacher. Auf dem Foto fehlen die Ausschussmitglieder Evelyn Kurtz und Pfarrer Stefan Bäuerle. Foto: KIM

Linnich-Aldenhoven. Es waren harte und zähe Verhandlungen, die sich über ein Jahr hinauszogen, doch am Ende konnte am 1. Juli ein Vertrag unterzeichnet werden, mit dem alle 19 Gemeinden des Kirchengemeindeverbandes Aldenhoven-Linnich leben können.

Sinkende Kirchensteuereinnahmen, die immer weiter abnehmenden Zahlen von Kirchenbesuchern sowie Priestermangel machten auch vor dem Bistum Aachen nicht Halt, und so war es damals schon Bischof Klaus Hemmerle, der den Zusammenschluss von Kirchengemeinden als Weggemeinschaften anregte.

Er hatte dabei den seelsorgerischen Aspekt in den Mittelpunkt gestellt. Nach seinem Tod machten sein Nachfolger Bischof Heinrich Mussinghoff und Generalvikar Manfred von Holtum sich daran, die Gemeinden auch verwaltungstechnisch zusammenzuschließen. Dabei sollten sie im kirchlichen und seelsorgerischen Bereich ihre Eigenständigkeit behalten, aber verwaltungstechnisch gebündelt werden, um kostensparender zu arbeiten.

So schlossen sich Aldenhoven und Linnich als Kirchengemeindeverband (Kgv) zusammen, in den jede Gemeinde zwei Vertreter abstellte und dessen Vorsitz Pfarrer Stefan Bäuerle innehat. Über 300 Mitarbeiter sowie zahlreiche kirchliche Einrichtungen aus 19 eigenständig gebliebenen Pfarreien werden vom Kgv verwaltet.

Neue Verträge wurden geschlossen, auch an vielen Stellen der Rotstift angesetzt und Sparmaßnahmen ergriffen. Dabei, so sagt Pfarrer Bäuerle, wurde auch mehr soziale Gerechtigkeit für die Mitarbeiter eingebracht.

Bistum kürzt die Gelder

Gespart werden musste allerdings auch in einem anderen Bereich. So kürzte das Bistum die Gelder zur Substanzerhaltung an kirchlichen Immobilien um genau ein Drittel. Immobilien bedeutet in dem Fall kirchliches Eigentum vom Gotteshaus über Pfarrheime, Büros bis hin zu Kapellen und Wegkreuzen. Der Basis, also dem Kgv, blieb es dabei überlassen, diese Kürzungen in Eigenregie umzusetzen.

Ein kirchliches Immobilienmanagement (KIM) wurde deshalb eingerichtet, in dem neben Pfarrer Stefan Bäuerle und seinem Stellvertreter im Kgv, Justus Peters, auch die Koordinatorin des Kgv, Claudia Forst, sowie Burkhard Dieckmann, Edgar Breuer, Josef Schumacher und Evelyn Kurtz sitzen. Rund 57.000 Euro galt es, jährlich einzusparen, und so wurde beschlossen, sieben Gemeinden aus der Förderung des Bistums herauszunehmen.

Das bedeutet aber nicht, dass nun in diesen Pfarrer die Kirchen und andere Einrichtungen geschlossen werden. Man lässt sie nicht im Regen stehen. Stattdessen wurde ein Solidaritätsfonds gegründet, in dem alle Gemeinden nach einem bestimmten Schlüssel, der akribisch ausgearbeitet wurde, gemeinsam die rund 57.000 Euro einzahlen. Sollten nun bei den sieben herausgenommenen Pfarren Instandsetzungsarbeiten anfallen, können sie an KIM ihre Anträge stellen und aus diesem Topf Unterstützung erhalten.

Zunächst einmal auf zehn Jahre wurden die Verträge abgeschlossen, jährlich müssen die Verantwortlichen ihre Zahlen offenlegen, und nach Ablauf der Zeit will man weitersehen, erklärte Pfarrer Bäuerle. Er äußerte sich sehr zuversichtlich, eine allgemein gerechte Lösung gefunden zu haben, auch wenn es der einen oder anderen Pfarre schwerfällt, in diesen Topf einzuzahlen. „Es ist ein Stück Solidarität unter den Gemeinden und sozial gerecht“, findet er.

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