Aldenhoven - Kirche hilft Flüchtlingen in Aldenhoven

Kirche hilft Flüchtlingen in Aldenhoven

Von: Daniela Mengel-Driefert
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Flüchtlingshilfe im evangelischen Gemeindezentrum in Aldenhoven: Bianca Knüchel mit Pawel während der Hausaufgabenbetreuung. „Wenn ich gebraucht werde bin ich da“, sagt sie.
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Nach der Hausaufgabenbetreuung oder dem Deutschunterricht werden die neuen Sprachkenntnisse im Spiel umgesetzt.

Aldenhoven. Tamara und Stefan leben erst seit kurzem in Aldenhoven. Sie stammen aus Serbien. Pawel kommt aus Polen, Sahar aus Afghanistan. Die vier Flüchtlingskinder gehen täglich in das evangelische Gemeindezentrum, werden bei den Hausaufgaben unterstützt, bekommen ein Mittagessen, Deutschunterricht oder einfach Zeit und Möglichkeiten zum Spielen.

Lothar Thielen, Leiter der offenen Kinder- und Jugendarbeit, erklärt: „Die Flüchtlingsproblematik wird immer größer, wir von der evangelischen Kirche wollen das auffangen.“

Die Kinder kommen in der Regel gegen 12 Uhr. Bianca Knüchel übernimmt die Hausaufgabenbetreuung, sie ist eine der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen. Wenn sie gebraucht wird, ist sie da. Die Kinder unterschiedlicher Kulturen sprechen deutsch miteinander, das ist den Betreuern wichtig. Knüchel weiß aus Erfahrung: „Sie lernen dann sehr schnell, da sind wir immer erstaunt.“ Gespräche für eine geplante Kooperation mit der Hauptschule stehen an, Thielen wünscht sich Schulmaterial und Hilfestellung der Profis.

Auch die Flüchtlings-Eltern erhalten Hilfe. Das kann das Ausfüllen von Anträgen sein, die Begleitung zum Arzt oder Rechtsanwalt, das Kennenlernen des deutschen Alltagslebens und der Umgebung.

Das Engagement hat eine lange Tradition, erklärt Charles Cervigne, Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Aldenhoven. Als Anfang der 80er Jahren Flüchtlingsströme in die Region kamen, seien die Menschen noch als Bedrohung wahrgenommen worden. Die politische Leitlinie habe besagt, Deutschland sei kein Einwanderungsland, die Menschen hätten keine Lobby gehabt. Auch die staatlichen Behörden seien unsicher mit der Situation umgegangen.

Aus dieser Situation heraus übernahm die Diakonie eine rechtliche Beratung der Flüchtlinge, finanziert vom Kirchenkreis Jülich und dem Kreis Düren. Hilfs- und Betreuungsangebote erhielten die Menschen aus der Gemeinde. Mit Abnahme der Flüchtlingszahlen sei das Ganze etwas eingeschlafen, beschreibt Pfarrer Cervigne. die Flüchtlingsberatung existierte allerdings weiter.

Jetzt hat sich der Flüchtlingskreis neu formiert. In einem ersten Treffen brachte die evangelische Kirchengemeinde die Sozialverbände, die Gemeindeverwaltung, Ratsherren sowie engagierte Menschen zusammen, um in enger Absprache mit dem Sozialamt Flüchtlingshilfe zu koordinieren. Da gehe es um praktische Unterstützung. Wer ist bereit, Wohnungen zu stellen? Wer kann bei Behördengängen helfen oder Möbel besorgen? 25 Bürger erklärten sich zur ehrenamtlichen Mitarbeit bereit.

Im Team sind auch langjährige Flüchtlinge, die wissen, welche Sorgen und Nöte gerade in der ersten Zeit den Asylsuchenden begegnen. Anders als vor 30 Jahren ist das gesellschaftliche Klima heute offener gegenüber den Menschen, die aus den verschiedensten Gründen ihre Heimat verlassen haben. Cervigne betont im Gespräch: „Die Zusammenarbeit zwischen dem Diakonischen Werk, also der professionellen Beratung in rechtlichen Fragen, den Kommunen und uns, der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe, läuft gut.“

Gemeinsam bestehe die Absicht die Menschen Willkommen zu heißen. Darüber hinaus sende der Flüchtlingskreis eine Botschaft. Cervigne sagt deutlich, was sie beinhaltet: „Falls noch einmal rechtsradikale Tendenzen aufkommen: Bitte hier nicht!“

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