Kirchberger Bürgerinitiative sieht Auftrag des Rates nicht erfüllt

Letzte Aktualisierung:
12378383.jpg
Die Montage im landschaftspflegerischen Begleitplan, erstellt von Hartmut Fehr, soll die Wirkung des Hochregallagers am Ortseingang Kirchberg visualisieren – aus 500 Metern Entfernung. Laut Initiative „ein mon­ströser Klotz“. Foto: Stadt Jülich, Montage: Günter Kasaci, Hartmut Fehr

Kirchberg/Jülich. Die Gutachten im Zusammenhang mit der geplanten Erweiterung der Carl Eichhorn KG in Kirchberg liegen vor. Heute sind sie im Rahmen der Verfahren (Bebauungsplan, Flächennutzungsplanänderung) Thema im Ausschuss für Planung, Umwelt, Bauen.

Ab 18 Uhr befindet das Fachgremium im Großen Sitzungssal des Neuen Rathauses über die Offenlage der Expertisen, die im Internet schon einsehbar sind (über den öffentlichen Teil des Rats­informationssystems der Stadt). Die Bürgerinitiative (BI) Zukunft Kirchberg hat sich mit einem Teil der Gutachten auseinandergesetzt und reagiert verwundert.

„Wir entnehmen den nun vorliegenden Gutachten, dass weder eine Gebäudehöhe von 28 Metern noch sozioökonomische Aspekte geprüft wurden, eine Tunnellösung nur pro forma“, schreibt die BI. Dabei habe der Stadtrat doch beschlossen, die Einwände der Bürgerinnen und Bürger gegen das geplante Logistikzentrum in Kirchberg zurückzustellen und die Vorlage der Gutachten abzuwarten. „Der Ausschuss hat dies verbunden mit der Aufgabe, a) eine Gebäudehöhe von 28 Metern, b) sozioökonomische Aspekte und c) eine Tunnellösung gutachterlich zu prüfen.“

Doch Firmeninhaber H. Eichhorn habe die Marschroute bereits in einem Zeitungsartikel vorgegeben, wertet die Initiative dessen Äußerung in einem Artikel vom 20. Januar (JZ/JN): „Ein 28-Meter-Lager brauchen wir nicht, das planen wir auch nicht.“ „Dem folgend“ sei nun eine geringere Gebäudehöhe gutachterlich nicht untersucht worden.

Lediglich in der Begründung der Stadtverwaltung zum Entwurf des Bebauungsplans werde „lapidar geäußert“, dass dies mit betriebswirtschaftlichen Nachteilen verbunden wäre. Und seitens der Beeinträchtigung des Landschaftsbilds sieht der von Fa. Eichhorn beauftragte Gutachter Fehr keine Unterschiede zwischen Gebäuden von beispielsweise zehn und 99 Metern Höhe.“

Die Tunnellösung als Ersatz für eine Industriebrücke sei nur an „einer einzigen, scheinbar problematischen Stelle untersucht, alternative Trassenführungen wurden nicht in Erwägung gezogen“. Darüber hinaus seien sozioökonomische Aspekte – also die Auswirkungen des geplanten Logistikzentrums auf die dörfliche Entwicklung, auf die Attraktivität Kirchbergs als Wohn- und Lebensort und Immobilienwerte sowie in Folge auf die soziale und ökonomische Entwicklung Jülichs – gutachterlich gänzlich außen vor gelassen worden.

Die BI: „Die Interessen der Bürgerinnen und Bürger spielen in den bisherigen Planungen und Gutachten keine wirkliche Rolle.“ Die Initiative blickt auf die Stadt Baesweiler als Vorbild und fordert „von den Volksparteien CDU und SPD endlich ein entschlossenes Eintreten für die Belange der Bevölkerung“. Die Stadt Baesweiler habe für die Pläne einer Firma mit 400 Arbeitsplätzen zum Neubau des Firmensitzes inklusive Hochregallager Vorgaben gemacht: Zum Schutz von Landschaft und Bürgerinteressen sei die Hochregallager-Höhe auf 20 Meter begrenzt worden. Zudem musste vor dem Lager ein Wall mit Pflanzen angelegt werden, so dass es letztlich ganz verdeckt werden kann.

Über 1000 Kirchberger(-innen) haben sich laut BI gegen „die jetzige monströse Planung“ ausgesprochen und erwarteten, „dass etwas für sie getan wird, anstatt nur den wirtschaftlichen Interessen eines Privatunternehmens zu dienen“. Ansonsten drohe Kirchberg ein Hochreagllager „als monströser Klotz, der das Landschaftsbild verschandelt, den Baumbestand weit überragt und dabei direkt an ein Naturschutzgebiet von europäischem Rang angrenzt“. Die BI bezieht sich auf die Fotomontage eines Gutachters.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert