Kirchberg sucht Weg in die Zukunft

Von: ptj
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Rund 50 engagierte Bürger kämpfen für eine Wiederbelebung Kirchbergs. Foto: Jagodzinska

Kirchberg. Weil in „keinem Dorf so ein Vereinssterben herrscht wie in Kirchberg, sind Leute aktiv geworden, deshalb wollen wir am Wettbewerb teilnehmen“. Dies war der Tenor bei der Auftaktveranstaltung zum Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ im Lindenhof, an der rund 50 von 1636 Kirchberger Einwohnern teilnahmen.

Der Wettbewerb soll vor allem das Gemeinschaftsleben stärken, Eigenverantwortung fördern, dörfliche Identität stärken und Kräfte bündeln. Zunächst stand die Erfassung der Potenziale des Ortes auf dem Plan, wobei Ortsvorsteher Johann Hubert Ochsenbruch doch recht schnell unterbrochen wurde. „Wenn Vereine sterben, stirbt auch alles andere. Wie können wir mit der Stadt Jülich eine Bürgerhalle erhalten, wenn wir keine Vereine haben? Um Leute herzulocken, muss man erst mal das Dorf attraktiver gestalten“, folgerten anwesende Bürger. Was stimmt nicht in Kirchberg?

Unter anderem sei die Dorfeinfahrt alles andere als attraktiv und werde durch das geplante 40 Meter hohe Regallager an der Fabrik Eichhorn weiter verschlimmert. Das „nach langem Kampf“ erhaltene Baugebiet „Am Donatus“ mit elf Baustellen müsse nun „sehr schnell der Vermarktung zugeführt werden“, weitere neue Baugebiete seien notwendig. Moniert wurde ebenfalls, dass Kirchberg „kein Siedlungsschwerpunkt“ sei und deshalb nur innerorts bauen dürfe, die Baugrundstücke seien zudem teurer als etwa in Linnich.

Im Vergleich mit Koslar kam Kirchberg nicht gut weg, obwohl „eine gute Busanbindung“ zur Grundschule nach Koslar bestehe. Auch lebten trotz der Nähe zur FH „praktisch keine Studenten“ im Ort. „Wir sind an einem Punkt, wo wir nicht resignieren dürfen. Auch Ochsenbruch sah die Situation eher positiv. „Wir sind auf einem guten Weg.“ Hierbei dachte er etwa an das Maifest, wo „einiges los war. Wenn uns Kirchberg nicht egal ist, müssen alle Kirchberger diese (Brauchtums-)Veranstaltungen besuchen. Wenn das Umfeld stimmt, werden auch wieder Vereine kommen“.

Der Ortsvorsteher betonte etwa die Schönheit der Indeaue, wenn auch die Unsitte des Müllabladens überall um sich greife, und die „wunderschöne Sportanlage“. Kirchberg verfüge unter anderem über ein Lebensmittelgeschäft, Bäcker, Friseur, Physiotherapie-Praxis, Kfz-Werkstatt, Catering-Service, eine Buslinie und eine Anbindung an die Autobahnen 4 und 44. Geplant sei des Weiteren die Bahnverbindung Jülich-Linnich-Baal, ein Bürgerbus sei in Arbeit. Im Übrigen sind 18 Objekte aus Kirchberg in die Liste der Jülicher Denkmäler eingetragen, neben Kirche, Kapelle, Mahnmal und etlichen Grabstätten und Kreuzen haben die Backstein-Hofanlage „Schrickenhof“, der Wymarshof (Burg Kirchberg) und die herrschaftliche „Fabrikantenvilla“ eine besondere Bedeutung für den Ort.

Zudem „wird regelmäßig gefeiert“, ein erster Weihnachtsmarkt wurde organisiert und ein Weihnachtsbaum gemeinschaftlich aufgestellt. Auf Anfrage des Ortsvorstehers fanden sich auch sofort sechs „schreibgewandte“ Mitbürger für die Erstellung der Wettbewerbsunterlagen bis Ende Mai.

Auf dem Plan steht bereits eine „Dorfwerkstatt“, unterstützt durch die Wettbewerbskommission des Kreises Düren. Letztere bereist die Dörfer vom 16. Juni bis 4. Juli, zur Abschlussfeier wird am 4. September geladen. Der Landesentscheid folgt im Sommer 2015, der Bundesentscheid 2016.

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