Kindertagesstätte Steppke: Entwickelt wie ein lebender Organismus

Von: ptj
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Der Terminus war früher ein anderer, es ging um „spastische Sorgenkinder“, daran erinnerte Bürgermeister Jürgen Frantzen beim Goldjubiläum der Kita „Steppke“ im Bürgerhaus. Foto: Jagodzinska

Hasselsweiler. „1966 gab es keine Frühförderung und keinen Sonderkindergarten, aber es gab behinderte Kinder.“ So brachte Wolfgang Wetzler, Vorsitzender des „Vereins zur Förderung und Betreuung körperbehinderter Kinder Jülich e.V.“, die Notwendigkeit der Gründung eines Trägervereins für eine Institution für Kinder mit Handicap auf den Punkt.

Der Terminus war früher ein anderer, es ging um „spastische Sorgenkinder“, daran erinnerte Bürgermeister Jürgen Frantzen beim Goldjubiläum der Kita „Steppke“ im Bürgerhaus. Von Inklusion, die heute „parteiübergreifend selbstverständlich“ ist, war damals noch nicht die Rede.

Das erste Vereinsziel wurde ein Jahr nach Vereinsgründung unter Vorsitz von Josef Schumacher mit dem Bau einer kleinen Tagesstätte für körperbehinderte Kinder in der ehemaligen Landwirtschaftsschule Hasselsweiler umgesetzt. 1971 entwickelte die damalige Leiterin Anke Raukohl das „Förderkonzept nach ganzheitlichem Menschenbild“, das heute noch gilt und erwirkte die Anerkennung des Kreises Düren als Schwerpunkteinrichtung.

„Stammhaus“-Konzept

1987 fand der Vorstand eine finanzierbare, vom Landschaftsverband akzeptierte Konzeption für eine Erweiterung, unterstützt von der „Aktion Sorgenkind“ (heute Aktion Mensch) und einer Landesstiftung. Das Bauvorhaben wurde 1991 verwirklicht. Eine Kooperation mit der GGS Aldenhoven führte 1987 zur Integration von Kindern mit Behinderung in Regelklassen, eine Maßnahme, die auch auf andere Regelschulen ausgedehnt wurde.

1999 erstellte dann der Vorstand ein erstes „Stammhaus“-Konzept, das nach schwierigen Verhandlungen 2006 vollendet wurde. Natürlich zählten einstige „Steppke“-Kinder zu den ersten Bewohnern. Erwähnenswert ist, dass ein Stammhausbewohner heute in der Jubiläumseinrichtung arbeitet. Im Jahre 2000 wurde die Kita „Steppke“ zur integrativen Tagesstätte. Zehn Jahre später folgte die herausfordernde Betreuung von U3-Kindern, die wie alle anderen souverän gemeistert wird.

Der Kindergarten hat sich in 50 Jahren „wie ein lebender Organismus entwickelt“, sagte Ortsvorsteher Robert Holzportz. „Ohne die Elterninitiative wäre die Einrichtung nicht entstanden und könnte heute nicht fortgeführt werden“, stellte er das Besondere heraus. Kindergartenleiterin Anke Neels betonte die „prägenden ersten Jahre der Kinder in wertschätzender Atmosphäre“.

Heilpädagogosches Reiten

Die Schützlinge dürfen individuell und in ihrem eigenen Tempo gemeinsame Erfahrungen machen und voneinander lernen. Festangestellte Physio-, Kunst- und Musiktherapeuten, Logopäden, Psychomotorik- und Wahrnehmungstrainer unterstützen das Team.

Ein gleichzeitig pädagogisches und sozial-integratives Zusatzangebot ist das heilpädagogische Reiten. Nach etlichen Dankesworten, Lobesbekundungen und Geschenken galt alle Aufmerksamkeit den „Stars“, nämlich den Kindern der integrativen Tagesstätte. Gemeinsam mit ihren Erzieherinnen sangen sie ein fröhliches Kindergartenlied und brachten ein fantasievolles Theaterstück in sechs Akten auf die Bühne. Angekündigt als „Steppke“-Revue, entpuppte es sich als freie, humorvolle Interpretation aus dem Leben im wertschätzenden Ambiente. Von letzterem durfte sich auch die „illustre Schar von Gästen“ beim anschließenden fröhlichen Fest in der Kita überzeugen.

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