Jülich - Kindernotfälle: Rettungsexperten trainieren mit Eltern richtiges Verhalten

Kindernotfälle: Rettungsexperten trainieren mit Eltern richtiges Verhalten

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An einer Kleinkind-Puppe trainierten die teilnehmenden Eltern das richtige Verhalten in Notfallsituationen. Foto: AOK

Jülich. „Hier geht es nicht ums Pflaster kleben.“ Mit diesen Worten eröffnete Gerd Krüger das Seminar zum Verhalten bei Notfällen mit Kindern. Vielmehr befasste er sich gemeinsam mit seinem Kollegen Angelo Lumias mit den lebensbedrohlichen Situationen.

„Etwa 85 Prozent aller Baby- und Kindernotfälle sind auf Atemprobleme zurückzuführen“, sagte Krüger. Im Seminarraum der AOK Rheinland/Hamburg in Jülich lernten etwa 25 Eltern richtiges und angemessenes Verhalten in Notfallsituationen kennen. Auf Einladung der Gesundheitskasse zeigten die beiden Rettungsassistenten der First Aid Schule für Notfall und Rettung aus Düsseldorf, worauf es ankommt. „Kinder sind keine kleinen Erwachsenen“, erklärte Krüger. Der kindliche Kreislauf und die Atmung funktionierten anders als bei Erwachsenen.

Lebensgefährliche Erdnuss

„Eine Erdnuss bereitet Erwachsenen wenig Probleme – beim Kleinkind kann sie allerdings schnell zu einer Verlegung der Atemwege führen“, berichtete Krüger aus seiner langjährigen praktischen Erfahrung im Rettungsdienst. Aufgrund der anatomischen Beschaffenheit der Luftwege kleiner Kinder, reiche dieser kleine Fremdkörper aus, um dem Kind die Atemluft zu nehmen. Da das Lungenvolumen sehr gering ist, führe eine Atmungsstörung sehr schnell zu einem Sauerstoffdefizit, das die Vitalfunktionen des Kindes in extrem kurzer Zeit stark beeinträchtige, erklären die Experten.

Die richtigen Techniken der Reanimation wurden im Seminar den Teilnehmern in der Theorie erläutert und durch praktische Übungen an speziellen Baby- und Kleinkinderpuppen trainiert. Zudem wurde das zeitgerechte und richtige Absetzen des Notrufs besprochen.

Maike und Thomas Prell aus Jülich, Eltern des sieben Monate alten Sohns Fiete, besuchten das Seminar, um für die Zukunft gerüstet zu sein: „Ich hoffe, dass wir das Wissen nie anwenden müssen, aber wenn wir es benötigen, weil ein Notfall bei unserem Sohn eintritt, möchten wir gerüstet sein“, sagte der 31-Jährige.

Aus diesem Beweggrund waren die meisten Eltern zum Kursus gekommen. „Wir konnten aus den praktischen Übungen viel mitnehmen, das uns jetzt Sicherheit gibt. Eine derartige Veranstaltung ist allen Eltern sehr zu empfehlen“, resümiert der junge Vater.

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