Kinderbuchautorin gestaltet eine lebendige Lesung

Von: ptj
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Letzte Station auf ihrer Lesereise ist Welldorf: Die Hamburger Autorin Stefanie Taschinski gestaltet eine sehr lebendige Lesung ihres Buches „Funklerwald“ in der Aula der Grundschule Welldorf. Foto: Jagodzinska

Welldorf. Es geht um Anderssein und Toleranz im „Funklerwald“ von Stefanie Taschinski, illustriert von Verena Körting. Die Hamburger Autorin wählte die Form der Parabel, um in ihrem neuesten Kinderbuch Dinge und Verhaltensweisen sichtbar zu machen, die Menschen in ihrem Leben nicht (mehr) bemerken.

Obwohl die Thematik sehr gut auf die aktuelle Flüchtlingsproblematik übertragbar ist, entstanden ihre ersten Ideen bereits vor drei Jahren. Ein Jahr lang schrieb die Schriftstellerin dann an ihrem achten Kinderbuch, das mit 260 Seiten recht „dick“ geworden ist.

In den Genuss einer Autorenlesung kamen nun alle Zweitklässler der beiden Jülicher Grundschulstandorte Nord in der Aula der Grundschule Welldorf. Im Rahmen ihrer zahlreichen Leseförderungsaktionen sponserte und organisierte die Buchhandlung Fischer die Aktion, Jugendbuchhändlerin Katja Dahmen aus dem Hause Fischer moderierte die Veranstaltung.

Vor der eigentlichen Lesung stand eine „Generalprobe“ in punkto Hintergrundgeräuschkulisse an. Taschinski teilte ihr Publikum in drei Gruppen auf. Die erste war zuständig für Blätterrascheln und Knacken der Zweige, die durch Aneinanderreiben der Hände und Schnalzen erzeugt wurden. Als „Windmaschine“ zischte die zweite Gruppe. Verschiedenste Tiergeräusche artikulierte Gruppe drei. Per Handzeichen wurden die Geräuschanimateure während der Lesung aufgefordert und wieder zum Schweigen gebracht.

Worum geht es? Das Luchsmädchen Lumi ist heimisch im Funklerwald, sie hat ihn von klein auf gemeinsam mit ihren Freunden, dem schnellen Wildschweinjungen „Borste“ und dem schlauen Fuchsmädchen „Rissa“ erkundet. Eines Tages warnen die erwachsenen Tiere ihre Schützlinge vor „gefährlichen Kratzern, die man im Funklerwald gesehen hat“. Sie mögen keine Neulinge und raten den Jungtieren: „Macht einen großen Bogen um den Dachsbau“, wo die aus ihrem eigenen Zuhause vertriebenen Tiere untergekrochen sind.

„Für wie gefährlich auf einer Skala von 1 bis 10 haltet ihr diese Katzer?“, fragte Taschinski ihre jungen Zuhörer, bevor sie mit ihnen „direkt in ihre Höhle ging“. Recht viele schätzten die Tiere als ziemlich ungefährlich (Stufe 1) ein, vielleicht kannten sie auch bereits das Buch.

Auf ihrem Streifzug durch den Wald hört Lumi eines Tages den Hilferuf eines jungen Katzers, des im Dachsbau eingeklemmten Waschbärenjungen „Rus“ und überlegt... „Würdet ihr im helfen?“, lautete die nächste Frage der Autorin. Die meisten Kinder zeigten sich mitfühlend: „Ich würde ihm jetzt helfen und dann schnell weglaufen“, entschied sich eine junge Zuhörerin – genauso handelt Lumi.

„Die beiden haben sich jetzt kennengelernt, Lumi und Rus. Ich verspreche euch, im Laufe der Geschichte werden sie Freunde und suchen gemeinsam einen Weg, damit Rus bleiben kann“, bot Taschinski einen Blick in die weitere Handlung.

„Wie schreibt man Bücher? Macht das Spaß? Wie lange braucht man? Was passiert, wenn du Fehler machst?“, löcherten die Zweitklässler sie im Anschluss mit Fragen. Die Autorin kann sich „nichts Schöneres vorstellen“ und schreibt all ihre Bücher zunächst handschriftlich vor.

Der „Funklerwald“ ist eine abgeschlossene Geschichte, aber Stefanie Taschinski schreibt bereits an ihrem nächsten Buch.

Und wie bei einer Lesung für Erwachsene schloss sich eine Signierstunde der Lesung an.

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