KGS-Neubau: Optimale Raumausstattung gefordert

Von: tee
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Jülich. Zwölf Klassen, zwölf Gruppenräume - der Neubau der Katholischen Grundschule Jülich (KGS) am Schulzentrum Linnicher Straße soll dem pädagogischen Konzept folgend optimal räumlich ausgestattet werden. Das hat der Schulausschuss in seiner Sondersitzung entschieden.

Eine Stunde lang übten sich die politischen Vertreter vor der Beschlussfassung im argumentativen Schlagabtausch mit Kämmerer und Schuldezernent Andreas Prömpers.

In der Sondersitzung meldete sich sofort Lambert Schmitz (CDU) zu Wort: Die Planung widerspräche der originären Aufgabenstellung, zwölf Klassen einzurichten. Dezernent Prömpers betonte, dass es nie eine Beschlussfassung zum Raumprogramm gegeben hätte, lediglich die Errichtung des Solitärbaus für die KGS plus Mehrzweckhalle seien im Stadtrat abgestimmt worden.

Konkret geht es um eine Vorlage, die im April im Fachausschuss und im Juni 2009 im Rat zur Debatte stand. Richtig sei auch nicht, dass man KGS-Schulleiter Fred Reinartz zu einer Reduzierung auf zehn Klassen gedrängt habe. Reinartz, bei der Sitzung im Saal, zitierte daraufhin aus dem Protokoll der Planungsgruppe vom 14. Januar, in dem ausdrücklich von einer Reduzierung auf zehn Klassen aus „stadtinternen, politischen Sachzwängen” die Rede ist.

Lambert Schmitz stellte dem Schuldezernenten die Frage, warum der Schulausschuss am 1. Februar über diesen entscheidenden Schritt nicht informiert worden sei. Andreas Prömpers zitierte erneut den Schulentwicklungsplan, der der KGS eine Zweieinhalbzügigkeit für die Zukunft voraussagt und betonte: „Ich wäre ein schlechter Finanzverwalter und Schuldezernent, wenn ich das außer Acht lassen würde.”

Das Stichwort „Inklusion” brachte Emily Willkomm-Laufs (Grüne) ins Gespräch: Künftig werden Eltern die Aufnahme ihrer behinderten Kindern in Regelschulen gesetzlich einfordern können. Mehr Raumbedarf ist dann programmiert. Da die KGS die erste behindertengerechte Schule der Stadt mit eigenem Aufzug für Rollstuhlfahrer sein wird, rechnet Schulleiter Reinartz hier mit entsprechenden Schülerzuwächsen.

Schulplaner Hubert Schober beklagte, dass die Landesregierung bislang versäumt hätte, ein verbindliches Raumprogramm vorzuschreiben. Verbindlich sei ein Gruppenraum je vier Klassen, worüber sich aber alle Entscheidungsträger bei Neubauten von Grundschulen hinweg gesetzt hätten. „Da sie nicht mehr an öffentliche Förderungen gebunden sind, sondern ihre eigenen Mittel verteilen, haben Sie hier die Entscheidungshoheit.”

Diese nutzten die Ausschussmitglieder und votierten für die Umsetzung der zwölf Klassen plus Gruppenräumen. 180 Quadratmeter mehr stehen zur Diskussion, das heißt, es werden Mehrkosten entstehen. Ob diese aufzubringen sind, wird der Haupt- und Finanzausschuss entscheiden müssen.
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