KGS-Neubau: Liste der Gegner wird länger

Von: Volker Uerlings
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Jülich. Die Liste der Stadtverordneten, die einen 5,5 Millionen Euro teuren Neubau für die Katholische Grundschule Jülich ablehnen, ist länger geworden. Neben der Jül-Fraktion stellt sich angesichts der dramatischen Haushaltslage auch die SPD auf diese Seite.

Mehrheitsfähig scheint diese Position freilich nicht zu sein, denn von zwei Dritteln der „Jamaika-Kooperation”, nämlich CDU und FDP, waren im Haupt- und Finanzausschuss am Donnerstag Signale zu vernehmen, am Plan festzuhalten.

An einer Stelle sollte die große Jülicher Schul-Neuordnung, die im Sommer beschlossen worden war, aufgeweicht werden, forderten Sozialdemokraten und Unabhängige Wählergemeinschaft. Und nur an dieser Stelle. SPD-Fraktionschef Harald Garding machte deutlich, dass „wir den Umzug der Realschule in keiner Weise in Frage stellen, das ist die einzig sinnvolle Maßnahme”. Die Jül würde darauf hingegen liebend gern verzichten, da in deren Standort am Aachener Tor im letzten Jahrzehnt auch schon Millionen investiert worden seien. Jül-Sprecher Heinz Frey: „Wer plant ein neues Haus, nachdem er sein altes gerade modernisiert hat?”

Frey und Garding begründeten ihre Ablehnung eines KGS-Neubaus mit den Zahlen, die der Schulentwicklungsplan liefert. Demnach sollen 2015 in der dann neugebauten Katholischen Grundschule 19 Klassenräume leerstehen. Das ist eine spürbare Folge des demographischen Wandels mit immer weniger Kindern und immer mehr Senioren, der sich natürlich nicht nur auf Grundschulen beschränkt. So dürften laut Schulentwicklungsplan, wie Frey im Ausschuss zitierte, auch 14 Klassenräume im Gymnasium Zitadelle vorläufig nicht mehr benötigt werden.

Harald Garding hieb in die selbe Kerbe: „Der Neubau der KGS ist überflüssig. Das sind 5,5 Millionen Euro für ein Gebäude, das wir nicht brauchen.”

Ganz so einfach ist eine Abkehr vom Beschluss im Sommer nicht, denn das Finanzierungskonzept beinhaltet Zuschüsse des Landes - auch für einen „Solitärbau”, in dem die Jungen und Mädchen der Katholischen Grundschule unterkommen. Rückt der Stadtrat nächste Woche von diesem Beschluss ab, müssen auf die Schnelle andere förderfähige Maßnahmen gefunden werden, die mit über drei Millionen Euro bezuschusst werden können.

Zum anderen hätte die Neubau-Lösung die positive Nebenwirkung, dass die Sanierung des gesamten Schulzentrums dessen Betrieb möglichst wenig beeinträchtigt. Wird das Einzelgebäude - wie geplant - zuerst errichtet, könnten die Grundschüler diese neue Heimat beziehen, während die dann leeren KGS-Alträume im zweiten Schritt zu ertüchtigen wären.

Einen „Plan B” gibt es nicht. Von daher fragte auch Bürgermeister Heinrich Stommel für den Fall einer Ablehnung des Neubaus: „Wohin dann mit den Schülern? Die KGS ist nicht aufteilbar.” Harald Garding (SPD) entgegnete: „Das ist genau unsere Kritik. Eine Alternative wurde nicht geprüft.”

Die „Gegenseite” im Haupt- und Finanzausschuss hielt sich auffallend bedeckt und verzichtete offenbar bewusst auf Diskussionsbeiträge. Peter Capellmann (CDU) und Winfried Cremerius (FDP) verdeutlichten aber, dass sie in der Sache beschlussfähig seien.

Heinz Frey wollte indes eine sich abzeichnende Abstimmungsniederlage um jeden Preis verhindern. Er vertagte das Votum, indem er „Beratungsbedarf” anmeldete - für seinen eigenen Antrag. Die Entscheidung fällt nächste Woche Donnerstag im Stadtrat.
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