Keine großen Sprünge im Jülicher Land in 2012

Von: hfs.
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Die Sanierung des Linnicher Ha
Die Sanierung des Linnicher Hallenbades soll 2012 vollendet werden. Foto: Uerlings

Jülich. Wenn in der Silvesternacht die Raketen in den Himmel steigen und danach das neue Jahr beginnt, schlägt nicht selten auch die „Wunschstunde” für die kommenden Monate.

Von derlei Romantik sind die führenden Köpfe des Jülicher Landes natürlich weit entfernt, aber die Bürgermeister in Jülich, Linnich, Aldenhoven, Titz und Inden sind auch nicht wunschlos glücklich. Sie haben auf Befragen unserer Zeitung die aus ihrer Sicht wichtigsten Vorhaben und Ziele für das noch junge Jahr dargelegt. Dabei wurde schnell klar: Die fast überall desolate Haushaltslage sorgt auch für Bescheidenheit.

Für Jürgen Frantzen, Bürgermeister von Titz, steht ganz oben auf der Wunschliste die Einführung und Weiterentwicklung des Schulwesens in der Sekundarstufe I. „Das ist der erklärte Wunsch der Eltern, den möchte ich, aber auch der gesamte Rat umsetzen”, sagt Frantzen, der ergänzt, dass dies aber nur mit einem kommunalen Partner gelingen wird.

Natürlich beschäftigt den Verwaltungschef auch der Haushalt 2012, der zwar weiterhin defizitär sein wird, aber ohne Haushaltsicherungskonzept verabschiedet werden kann. Frantzen: „Wir wollen auch in den kommenden zwölf Monaten die finanzielle Eigenständigkeit behalten.” Dem Bürgermeister ist zudem der weitere Ausbau des Serviceangebots für den Bürger unter dem Gesichtspunkt der „transparenten Verwaltungsarbeit” wichtig.

Ganz oben auf der Wunsch-Agenda steht die Dorfkernentwicklung - zum Beispiel in Müntz. Frantzen hofft, endlich das beschlossene Konzept anpacken zu können, sprich: Pläne um das alte Josefhaus umsetzen zu können. Nicht unerwähnt bleiben verschiedene Kanal- und Straßenkonzepte in Hasselsweiler, Jackerath und Ameln. Wichtig ist dem Verwaltungschef auch die U 3-Betreuung, die im Gemeindekindergarten in Titz sowie im DRK-Kindergarten Jackerath greifen soll.

Zukunftsweisende Entscheidungen sind in 2012 gleichwohl zu erwarten. Frantzen spricht dabei die Vorbereitung der Stromkonzessionsvergabe, die ab 1. Juli 2013 greifen wird, an - und die künftige Abfallentsorgung, die zum 1. Januar 2013 neu geregelt sein muss.

„Ich wünsche mir jeden Tag für die Gemeinde Glück, Gesundheit, Reichtum und Zufriedenheit” sagt Ulrich Schuster, Bürgermeister der Gemeinde Inden. Um den Reichtum in seiner Kommune ist es freilich derzeit sehr schlecht bestellt, daher ist denn sein wichtigster Wunsch „die Sanierung der Finanzen über eine lange Dauer gesehen”.

Nach zwei einigermaßen guten Jahren 2009/2010, doch knapp acht Millionen Euro Defizit in 2011 rechnet der Indener Bürgermeister beim aktuellen Haushalt mit einem Defizit von etwa zehn Millionen Euro. „Aber nur, wenn wir Glück haben...” Schuster wünscht sich ferner die Weiterentwicklung des Masterplans für den Indesee, den Abschluss der Sanierung der Hauptschule sowie deren Erhalt als auch die Einführung der Sekundarschule. Eine Verbesserung der Finanzsituation sieht Schuster kaum, „wir werden sicher keine Hilfen aus Düsseldorf oder Berlin erhalten.”

Aldenhovens Bürgermeister Lothar Tertel wünscht sich, „dass Rat und Verwaltung in den kommenden Monaten an einem Strang ziehen - was in Zeiten knapper Kassen sinnvoll erscheint”. Da Aldenhoven den so genannten Stärkungspakt-Kommunen angehört, erhofft sich der Bürgermeister, die dafür notwendigen Auflagen erfüllen zu können, damit auch bis zum Jahre 2016 die rund 900 0000 Euro jährlich fließen werden und „nicht der Sparkommissar bei uns Einzug hält”.

Was Infrastruktur-Maßnahmen anbelangt, freut sich Tertel auf die Eröffnung eines Verbrauchermarktes in Siersdorf im Mai und hofft, dass Zuschüsse und Zuwendungen fließen, damit die Kommende in Siersdorf wieder aufgebaut werden kann. Tertel sieht nur Chancen, dass die Gemeinde „versucht, in den kommenden Monaten etwas mit der Indeland Entwicklungsgesellschaft zu bewegen, denn ohne fremde Hilfen können wir nichts machen.”

Für den Linnicher Beigeordneten Hans-Josef Corsten steht die Vollendung der Hallenbad-Sanierung ganz oben auf der Wunschliste. Darüber hinaus hofft er, dass die gegründete Stadtentwicklungsgesellschaft nun mit Leben erfüllt wird. Wichtig ist ihm auch die Umsetzung der geplanten Windkraftzone; die Gespräche mit potenziellen Betreibern sollen forciert werden.

Linnich befindet sich noch im Nothaushalt. „Aber wir werden aufzeigen können, dass wir innerhalb der von der Kommunalaufsicht gewährten Frist von zehn Jahren aus dem Haushaltsicherungskonzept herauskommen und 2021 auch rechnerisch einen Überschuss von rund 700 000 Euro haben werden”, blickt Corsten nach vorn. Der Beigeordnete hofft auf konstruktive Beratungen, die unmittelbar bevorstehen.

Heinrich Stommel, der Jülicher Bürgermeister, bringt seine Wünsche in zwei Sätzen auf den Punkt. „Ich wünsche mir mehr Hilfen zur Verbesserung der Haushaltssituation in den Kommunen durch Bund und Land.”

Zudem setzt er auf das Verständnis der Bürger, wenn in finanziell schwierigen Zeiten Standards zurückgefahren werden müssten. „Aber ich wünsche mir auch, dass die Jülicher Bürger ihr Engagement für ihre Stadt beibehalten werden.”
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