Keine Freigabe der A4n vor August 2014

Von: Jörg Abels
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Die Gleise der neuen Hambachba
Die Gleise der neuen Hambachbahn liegen bereits bis zum Kohlebunker des Tagebaus nahe Ellen. Ab Januar will RWE Power die Strecken schrittweise umschließen. Foto: Abels

Ellen/Merzenich. Die ersten Fahrzeuge rollen über die neue A4-Anschlussstelle Merzenich - Lkw, die tonnenweise Asphalt auf den neuen Autobahnabschnitt transportieren. Bis die A4n freilich offiziell für den Verkehr geöffnet wird, werden noch rund zwei Jahre vergehen.

„Eine Freigabe vor August 2014 ist nicht möglich”, reagiert Edgar Klein, Leiter der Regionalniederlassung Ville-Eifel des Landesbetriebs Straßenbau, auf eine Forderung der Dürener CDU, den Ausbau zu beschleunigen, um das mit dem Abriss der Eisenbahnbrücke (Schoellerstraße) in den Osterferien 2014 erwartete Verkehrschaos in Düren ein wenig besser in den Griff bekommen zu können. „Die A4-Verlegung läuft nach anderen Gesetzen als der Brückenabriss, der sich nach den von der Deutschen Bahn vorgegebenen Sperrpausen für die Bahnstrecke richten muss”, erklärt Klein.

3,8 Kilometer asphaltiert

Positive Botschaft dennoch: Die tagebaubedingte Verlegung der Autobahn und der sechsspurige Ausbau zwischen Düren und Kerpen, in die Bund und RWE Power rund 150 Millionen Euro investieren, verlaufen nach Plan. „Zwischen Merzenich und Buir sind die Erd- und Deckenarbeiten bereits fertig”, erklärt Projektleiter Werner Engels vom Landesbetrieb Straßenbau. 3,8 des 13,2 Kilometer langen Verlegeabschnitts sind bereits komplett asphaltiert.

Was hier noch fehlt, ist die Ausrüstung, gemeint sind Verkehrszeichen, Leitplanken, Markierungen. Als nächstes wird der rund drei Kilometer lange Abschnitt zwischen Merzenich und der bisherigen A4-Trasse fertiggestellt. Und im Frühjahr 2013 wird der Auftrag zum sechsspurigen Ausbau zwischen der Anschlussstelle Düren und der Brücke über die K2 bei Arnoldsweiler vergeben, erklärt Engels.

Und auch der 113 Millionen Euro teure Neubau der Hambachbahn, die den Tagebau mit den Kraftwerken im Rhein-Erft-Kreis verbindet, liegt voll im Zeitplan. Alle Brücken sind fertiggestellt, der Erdbau ist beendet. Schon im Januar des kommenden Jahres will RWE Power am Kohlebunker bei Ellen die ersten Gleise an die neue Strecke, die wie die A4 viele Kilometer parallel zur Bahnlinie Köln-Aachen verläuft, anbinden.

Vor wenigen Tagen wurde der zweispurige Gleisbau auf der 15 Kilometer langen Ersatzstrecke abgeschlossen. 300 Kilometer Kabel wurden verlegt und die Oberleitungsmasten installiert, erklärt Martin Köther, Leiter Bauwesen bei RWE Power.

Nächster Schritt ist die Installation der Oberleitungen und der Signaltechnik. „Wir wollen im Frühjahr mit dem ersten Kohlezug den Probebetrieb starten, um etwaige Kinderkrankheiten so schnell wie möglich ausmerzen zu können.”

Denn Fehler darf sich RWE Power nicht leisten. Die Hambachbahn ist die Lebensader des Reviers, transportiert jährlich an 365 Tagen rund 40 bis 45 Millionen Tonnen Kohle zu den Kraftwerken, erklärt Lars Kulik, Leiter Braunkohleplanung. Und deshalb werden die beiden Beladestationen des Kohlebunkers schrittweise mit der neuen Trasse verbunden, zwischendurch müssen immer wieder Signal- und Stromtechnik auf- und abgebaut werden, erklärt Projektleiter Michael Luchtenberg.

Zunächst werden nur die vollen Züge über die neue Trasse fahren, die leeren noch weiter über die alte. Spätestens aber zum Jahreswechsel 2013/2014 will RWE Power mit dem Umbau fertig sein.
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