Keine Einigung zum Wiemersberg

Von: ojo
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Linnich. Die Entwicklung des neuen Baugebiets Wiemersberg in Körrenzig ist nach wie vor eine Hängepartie. Auch im zweiten Anlauf traf der Linnicher Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung keine Entscheidung zur Änderung des Flächennutzungsplans und der Aufstellung des Bebauungsplans. Hingegen überschattete ein Eklat die Debatte.

In der Sitzung Anfang Dezember war der Beschluss vertagt worden, weil die CDU-Fraktion den vorgelegten Plan für überarbeitungswürdig befand. Wortführer war damals Ausschussvorsitzenden Hans-Willi Dohmen (CDU). Mit der Maßgabe, in dem Baugebiet einen Spielplatz einzuplanen, eine alternative Erschließung des gesamten Baugebietes und vor allem einen bisher ausgesparten Bereich - er sollte als Grün-Ausgleichsfläche des Baugebiets dienen - waren die Planer der LEG Stadtentwicklung, Düsseldorf, ins neue Jahr verabschiedet worden.

Unter der Bezeichnung „Variante V” stellte Diplom-Ingenieurin Birgitt Gladisch-Kojo das Ergebnis nun dem Ausschuss vor. Während die Positionierung des Kinderspielplatzes in dem Baugebiet eher problematisch war, flammte Dohmens Zorn an der Darstellung der Ausgleichsfläche auf.

Das Votum der Planerin war unmisserständlich: Die Ausgleichsfläche, wie sie in „Variante IV” vorgesehen war, biete sich an, weil der Bereich jetzt schon mit Gehölz bewachsen sei. Außerdem müsste das Gelände, in dem auch noch eine mehrere Meter hohe Böschung liege, massiv unter den Bagger genommen werden, wolle man es für eine Wohnbebauung herrichten. Sollte das geschehen, könnten 14 Baugrundstücke zusätzlich zu den bestehenden rund 60 geschaffen werden. Den Grünausgleich hatte Planerin Gladisch-Kojo als zehn Meter breiten Streifen an den östlichen Rand des Baugebietes gelegt.

Aus einem „nicht zufrieden” als Gesamturteil zu den planerischen Vorstellung steigerte sich Dohmen in eine vernichtende Abrechnung. Das alles entspreche nicht dem im Dezember erteilten Auftrag. Keiner habe einen Zehn-Meter-Streifen für den Grünausgleich gefordert. „Ich stelle fest: Wir kriegen keine in sich geschlossene Planung aus den Anregungen, die hier im Ausschuss gegeben wurden.”

Dr. Franz-Josef Lemmen von der LEG nahm seine Kollegin aus der Schusslinie. Die Planung sei immer im Kontext mit der Haltung des Kreises zu sehen. Von einer Meinungsänderung „haben wir bis heute nichts gehört”. Dezent ließ Lemmen einfließen, dass der Vertrag zwischen LEG und Stadt keineswegs eine beliebig hohe Planungskapazität beinhalte.

Hans-Friedrich Oetjen (SPD) („Das Problem ist, dass Beschlüsse nicht so gefasst werden, wie Sie das gerne hätten oder gemeint haben.”) besänftigte Dohmen nicht. Eben so wenig beeindruckte der Hinweis der Verwaltung, wonach der Kreis per Fax eine Stunde vor der Sitzung habe wissen lassen, dass das Abrücken von der vereinbarten Festlegung der Ausgleichsfläche im Baugebiet dazu führe, das ganze Verfahren wieder von vorne aufzurollen. Sein harscher Ton gegenüber der LEG-Planerin brachte ihm sogar einen Ordnungsruf von Karl-Heinz Hilfert (Bündnisgrüne) ein.

Den Ausweg aus der aufgeheizten Situation bot eine zehnminütige Auszeit. Die nutzten CDU und Dr. Lemmen zu einem Kompromiss: Mit einem fünf Meter breiten Grün-Ausgleichsstreifen am Ostrand, Wohnbebauung auf dem ursprünglichen vorgesehenen Grünbereich sollten Flächennutzungs- und Bebauungsplan beschlossen werden.

Bei Gleichstand von SPD/Grünen/FDP-Ablehnern und CDU-Befürwortern wurde der Beschluss abgelehnt. Auch die von Dr. Klaus Selter (FDP) vorgeschlagene „Variante IV” wurde abgelehnt. Nun soll in einer Sondersitzung am 10. Februar die Entscheidung erzwungen werden.
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