Kein Verkauf des Alten Rathauses Jülich?

Von: Volker Uerlings
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Das Alte Rathaus (orange) kann laut Landrat nur in Verbindung mit einem Neubau auf der Fläche der Rathauspassage zu einem Jülicher Kreishaus mit allem Drum und Dran werden. Darüber wird nun verhandelt. Foto: Uerlings

Jülich/Düren. Der erste Schritt ist seit dem Jahreswechsel getan. Das alte Jülicher Rathaus ist auf dem Weg, ein Kreishaus zu werden. Alle Mitarbeiter der Jobcom für den Nordkreis gehen ihrer Arbeit nun zentral am Marktplatz der Herzogstadt nach.

In Jülich sollen aber bekanntlich fast alle wichtigen Dienstleistungen des Kreises in der Zukunft angeboten werden, um den Bürgern die Wege nach Düren zu ersparen: also zum Beispiel auch des Straßenverkehrs- und Jugendamtes.

Das wird aber noch ein wenig dauern, denn dazu muss hinter dem denkmalgeschützten Alten Rathaus ein Neubau her. Der wird erst möglich, wenn die Eigentumsverhältnisse geklärt sind.

Es geht um zwei Besitzer: zum einen die Stadt (Altes Rathaus), zum anderen eine private Gemeinschaft, der das frühere Stüssgen-Grundstück gehört, auf dem sich die Rathauspassage befindet. Klar ist, dass sich das komplette Kreishaus-Angebot in Jülich nur umsetzen lässt, wenn sowohl die alte Verwaltung als auch die Fläche der Passage gemeinsam genutzt werden können als Altbau mit angeschlossenem neuen Gebäude.

Am Donnerstag befasst sich der Ausschuss für Kultur, Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing in öffentlicher Sitzung mit dem Thema (ab 18 Uhr). Die Vorlage der Verwaltung zum Thema lässt aufhorchen.

Ist Veräußerung wirtschaftlich?

Bis Ende Januar soll ein Wertgutachten fürs Alte Rathaus vorliegen, heißt es in der Sitzungsvorlage. Und: Die Erstellung des Gutachtens „bedeutet allerdings noch nicht zwangsläufig, dass es Absicht der Verwaltung ist, das Alte Rathaus zu verkaufen“. Der Schritt sollte gut überlegt werden, denn bei einem Verkauf würde „der Standort Markt vollständig aufgegeben“. Fraglich sei auch, ob eine Veräußerung wirtschaftlich ist.

Die Verwaltung argumentiert weiter, dass sich im Keller Einrichtungen der Stadt befinden, die dort bleiben müssten (Umspannstation der Stadtwerke, Server-/Backupsystem). Der Inhalt der Vorlage hat Landrat Wolfgang Spelthahn einigermaßen irritiert, wie er auf Anfrage der Redaktion einräumte, zumal der Kauf der alten Stüssgenfläche gerade auf dem Weg sei. „Wir sind uns über den Kaufpreis einig. Der notarielle Vorvertrag ist in Arbeit.“ Spelthahn fragt sich nun, wie eine Gesamtlösung aussehen soll, „wenn man einen Teil besitzt und den anderen dann mietet“.

Und weiter: „Das macht nur Sinn, wenn das Areal komplett entwickelt wird.“ Die Sorgen der Stadtverwaltung teilt er indes nicht. „Wenn künftig der Kreis am Markt präsent ist und nicht mehr die Stadt, dann ist das doch kein großer Unterschied. Wir gehören zur kommunalen Familie und sind keine fremde Besatzungsmacht.“ Spelthahn wäre bereit, der Stadt ein Rückkaufsrecht einzuräumen. Die technischen Einrichtungen im Keller seien sicher auch kein unüberbrückbares Hindernis.

Der Landrat: „Der Kreis ist startklar. Wir haben Raumkonzepte und die Mitarbeiter. Jetzt hängt das Kreishaus Jülich nur daran, wie wir mit der Stadt klar kommen.“ Vielleicht zeigt sich das ja schon in der Ausschusssitzung am Donnerstag.

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