Inden - Kehrtwende in Inden: Keine Flüchtlingsheime für 60 Personen

Kehrtwende in Inden: Keine Flüchtlingsheime für 60 Personen

Von: Guido Jansen
Letzte Aktualisierung:

Inden. Die Gemeinde Inden nimmt offenbar Abstand von ihren bisher verfolgten Plänen, mehrere Flüchtlingsheime zu bauen, die Platz für acht Familien oder bis zu 60 Menschen bieten.

Stattdessen sollen jetzt kleinere Häuser an mehr Standorten entstehen, in denen jeweils Platz für maximal vier Familien sein soll.

Das haben alle Fraktionen auf der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses betont. Der Grund für den Sinneswandel sind die vielen Einwände aus der Bevölkerung, die die Verwaltung in Form von Briefen erreicht haben, nachdem die ursprünglichen Pläne bekanntgeworden waren.

Die Abkehr von den großen Neubauten ist damit zwar noch nicht beschlossen, dafür aber der Wille, die Einwände und Sorgen der Bürger in die Planungen mit einzubeziehen. Die Maßgabe lautet weiterhin, so schnell wie möglich so viel Platz wie möglich zu schaffen, um zu verhindern, dass öffentliche Gebäude wie Turnhallen und Bürgerhäuser umfunktioniert werden müssen. „Wir sind überzeugt worden, dass die bisher angedachten Häuser zu groß sind“, sagte Rudi Görke (SPD) und fand damit bei allen Hauptausschussmitgliedern Zustimmung.

Hella Rehfisch von den Grünen fasste die Sorgen der Bürger zusammen, die aus Angst vor dem Wertverlust der umliegenden Häuser, Sorge vor rechtsextremen Ausschreitungen und vor Übergriffen innerhalb der großen Einrichtungen bestehen. „Die Anregungen und Beschwerden sind nachvollziehbar“, wertete Herbert Schlächter (UDB). Reinhard Marx (CDU) stimmte zu, betonte aber gleichzeitig, dass „jetzt trotzdem Entscheidungen getroffen werden müssen.

Wir hoffen auf das Verständnis der Bürger“, sagte er über die neue Ausrichtung. In diesem Zusammenhang sprach Görke davon, dass der Druck auf Politik und Verwaltung hoch sei. „Wir müssen den Bürgern die Zahlen nennen, damit die Dramatik erkennbar wird.“

Damit spielte er nicht nur auf die Tatsache an, dass laut Gisela Wacker vom Sozialamt voraussichtlich bis zum Jahresende alle verfügbaren Unterkünfte belegt sind und neuer Platz gefunden werden muss. Aktuell versorge Inden 157 Flüchtlinge und Asylbewerber, pro Woche kämen derzeit bis zu acht dazu.

Mit Blick auf die Finanzen sagte Görke: „Wie das alles gehen soll, weiß ich nicht.“ Denn die Notwendigkeit, neue Unterkünfte zu bauen, konterkariere die Sparanstrengungen mit Blick auf den Haushalt, der im Rahmen des Haushaltssicherungskonzeptes bis zum Jahr 2022 als ausgeglichen dargestellt werden muss. Wacker teilte in diesem Zusammenhang mit, dass die Landeszuweisungen für Flüchtlinge von 126.000 auf 379.000 Euro aufgestockt worden sind. „Das ist schön, aber für uns immer noch nicht auskömmlich.“

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