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Katholische Grundschule bietet Deutschkurs für Mütter an

Von: Daniela Mengel-Driefert
Letzte Aktualisierung:
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Sprache ist Schlüssel zur Integration: Schulleiterin Diana Prömpers mit den Ehrenamtlern Mirena Kraus und Angela Heinen und den Teilnehmerinnen des Sprachkurses für Mütter an der KGS Jülich. Foto: Mengel-Driefert

Jülich. Wer Kinder mit Migrationshintergrund fördern möchte, muss auch die Eltern mit einbeziehen. Diesen Gedanken trägt Diana Prömpers, Schulleiterin der Katholischen Grundschule Jülich, schon lange mit sich herum.

Als Mirena Kraus, Schülermutter und Sprachpatin an der KGS, mit ähnlichen Ideen auf sie zukam, rannte sie offene Türen ein. Beide möchten vor allem Mütter unterstützen. Die Erfahrungen der ersten Gastarbeitergeneration zeigten, dass Kinder meist schnell die Sprache lernen, ebenso die Väter. Die Mütter jedoch finden sich oft nach vielen Jahren noch nicht in der deutschen Gesellschaft zurecht.

Um das zu ändern, überlegten sich Prömpers und Kraus ein nie­drigschwelliges Angebot. Sie verteilten Informationszettel in einfacher Sprache, setzten auf Mund-zu-Mund-Propaganda. Seit Herbst letzten Jahres treffen sich nun jeden Freitag bis zu zehn Frauen in der Schule. Sie stammen aus dem Irak, China, Thailand, USA, Brasilien und Nigeria. Das Angebot ist an alle Mütter mit Migrationshintergrund gerichtet, die Schule unterscheidet nicht zwischen Angehörigen von Gastforschern und Flüchtlingsmüttern. An der KGS sind sie nun als Gruppe zusammengewachsen. Ihre gemeinsame Sprache ist Deutsch.

Mirena Kraus leitet den Kurs mit Unterstützung von Angela Heine. Beide arbeiten ehrenamtlich. Die Kursinhalte orientieren sich an den Wünschen der Teilnehmerinnen. Kraus und Heine wählen Themen aus dem Lebensumfeld der Mütter aus, setzten sie praktisch um. Zum Beispiel: Wie gelingt der Einstieg in eine Konversation, wie funktioniert ein Lehrer-Eltern-Gespräch? Auch Küchenthemen sind dabei: Wie können Kürbisse verarbeitet werden, welche sind zum Verzehr geeignet, welche sind Zierkürbisse? Was bedeutet in einer Rezeptbeschreibung EL (Esslöffel). Die Bedeutung verschiedener Verkehrszeichen war ebenfalls Thema. Einige Zeichen sind den Frauen bekannt, doch achte niemand in den Heimatländern auf sie. Kraus erklärt, dass ein Stopp-Schild wirklich Stopp heiße, wer die Regel verletzt, muss mit Bußgeld rechnen.

Mirena Kraus hat ebenfalls einen Migrationshintergrund, sie ist mit 11 Jahren aus dem ehemaligen Jugoslawien nach Deutschland eingewandert. Heute ist Kraus Deutsche und ein Paradebeispiel gelungener Integration. Ihre positiven Erfahrungen möchte sie weitergeben. „Wir versuchen, die Frauen zu unterstützen, sich so schnell wie möglich zu integrieren“, sagt Kraus. Der Schlüssel dazu ist die Sprache. „Wer Fuß fassen möchte, kann das in Deutschland“. Wer integriert werden will, müsse sich aktiv bemühen.

An der Katholischen Grundschule stellen sich erste Erfolge ein. Die Mütter, die den Kurs besuchen, sind im Schulleben integriert. Stehen Pflegschaftssitzungen oder Elternsprechtage an, sind sie da. „Die Barriere „Schule“ konnten wir abbauen“, sagt Schulleiterin Prömpers erfreut.

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